Lessing-Gymnasium Döbeln

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29.09. Emily und Ian erfolgreich

Die 10. Sächsische Russischolympiade wurde am vergangenen Freitag in der Landeshauptstadt Dresden als Präsenzveranstaltung ausgerichtet – mit Döbelner Beteiligung.

Vom Lessing-Gymnasium Döbeln haben Emily Pilz aus der Klasse 10c und Ian Sanne aus der Klasse 10a an der Olympiade teilgenommen – und zwar als Starter in der Niveaustufe A2. „Beide haben sich bereits während der Sommerferien super und engagiert vorbereitet – ihre Mühe hat sich gelohnt“, sagt Monika Brosch (66), die langjährige Russischlehrerin des Gymnasiums. Emily hat in ihrer Wertungsgruppe den Platz 1, Ian den Platz 2 belegt. Damit werden sie den Freistaat Sachsen im März 2022 bei der Bundesrussischolympiade in Marburg vertreten. „Ein schöner Erfolg für die beiden“, findet Monika Brosch, die jetzt in den Ruhestand gegangen ist, sich aber weiter um die Russisch-Talente des Döbelner Gymnasiums kümmert.

Döbelner Allgemeine Zeitung
27.09.2021

10. Sächsische Russischolympiade: Eindrücke

Wenn mich jemand vor zwei Jahren nach meinem aktuellen Lieblingswort gefragt hätte, wäre mir nie in den Sinn gekommen, das Wort PRÄSENZ zu nennen. Nach Lockdown, Homeschooling und Wechselunterricht hat dieses Wort für mich eine ganz neue Dimension erhalten. Und so habe ich unbeirrt, gemeinsam mit den Mitgliedern des Sächsischen Russischlehrerverbandes e.V., vor einem Jahr die Vorbereitung der 10. Landesolympiade in Angriff genommen. Sie war von Anfang an – allen Widrigkeiten der Pandemie zum Trotz – als Präsenzveranstaltung geplant, verbunden mit der Hoffnung, dass wir endlich mal wieder eine lebendige Schülerveranstaltung erleben können. Eine Olympiade, die nicht nur auf Leistungsvergleich ausgerichtet ist, sondern auch Begegnungen und Erfahrungsaustausch zwischen den Schülern fokussiert.
Das Konzept ist aufgegangen. Die 10. Sächsische Olympiade ist jetzt Geschichte. Die Schüler und Schülerinnen absolvierten die sprachlichen Wettbewerbe in einer russischsprachigen und russlandintensiven Atmosphäre, wozu besonders die Wahl des Austragungsortes beigetragen hat. Die Mitarbeiter des Dresdener Kinder- und Elternvereins „Kolibri e.V.“ machten alles möglich, damit sich die Olympiadeteilnehmer wohlfühlen konnten. So gab es neben den Wettbewerben auch kulturelle Angebote an die Schüler und Schülerinnen, z.B. Begegnungen mit russischen Liedern (Romanzen). Der Hit war jedoch die Darbietung des bekannten Volksliedes „Kalinka“ durch die Kinderband des „Kolibri“, in die die Olympiadeteilnehmer aktiv einbezogen wurden. Der informative Workshop zum Thema „Matrjoschkas in Russland“ (eine Ausstellung der berühmten Holzpuppen inklusive) animierte die Schüler und Schülerinnen zur kreativen Gestaltung, viele nutzten das Angebot zum Bemalen von Matrjoschkas.
So stelle ich mir Wettbewerbe vor. Obwohl die Tickets für die Fahrt zur nächsten Bundesrussischolympiade unter den Teilnehmern natürlich begehrt waren, verliefen diese in fairem, angenehmem und fröhlichem Miteinander. Die sieben Schüler und Schülerinnen (darunter die Teilnehmer des LGD), die im März 2022 den Freistaat Sachsen bei der 15. Bundesrussischolympiade in Marburg vertreten werden, werden die Bewältigung dieser Aufgabe motiviert und engagiert angehen. Daran habe ich keinen Zweifel.

Was hat mich an den Teilnehmern des LGD beeindruckt?
Emily Pilz (10c) und Ian Sanne (10a) sind für mich in der Tat zwei Persönlichkeiten, denen ich mit großem Respekt begegne. Ich habe sie bei der Vorbereitung auf die Olympiade so erlebt: selbstständig, kompetent, einsatzbereit, kreativ und außerordentlich zuverlässig. Mit einem Wort – gymnasial. Sie haben auch die Sommerferien zur Olympiadevorbereitung genutzt, und das mit einer Selbstverständlichkeit, der man wirklich Achtung entgegenbringt. Ihre hervorragende Platzierung bei der Olympiade ist daher alles andere als ein Zufall. Nach Aussagen der Jury (ich selbst habe ihre Prüfungen nicht gesehen) haben beide mit selbstbewusstem Auftreten, fachlichem Können und vor allem mit kreativen Ideen gepunktet. Und ehrlich, ich finde es einfach cool, wenn sich Emily in ihrer Präsentation hinstellt, ein Lied singt und eine Handpuppe in ihren Vortrag einbezieht. Oder wenn Ian als Stadtführer durch Döbeln so überzeugend auftritt, dass die Jury der Meinung ist, dies sei sein Nebenjob. Es geht eben nicht nur um die russische Sprache, sondern auch um eine positive Persönlichkeitsausstrahlung. Und das haben die beiden drauf!

Was hat mich noch beeindruckt?
Wir haben erst seit kurzer Zeit einen Russischreferendar am LGD. Ich fand es gut und anerkennenswert, dass Herr Schmidt Zeit investiert und Emily und Ian bei der Olympiadevorbereitung tatkräftig unterstützt hat. Und dass er sofort zugesagt hat, mit seiner muttersprachlichen Kompetenz die Jurytätigkeit in Dresden zu unterstützen. In diesen Zeiten ist das alles nicht selbstverständlich für mich, daher möchte ich mich herzlich für seine Einsatzbereitschaft bedanken.
Letzteres gilt auch für Katrin Berge, die sich in ihrer unkomplizierten und für Russisch engagierten Art sofort bereiterklärt hat, Emily und Ian nach Dresden zu begleiten.

Was mich beunruhigt?
Dass gegenwärtig kein ordnungsgemäßer Russischunterricht in Klasse 10, also in Emilys und Ians Klasse, stattfindet. Wie sollen sie sich unter diesen Bedingungen bis März weiterentwickeln? Erst ein solider und kontinuierlicher Russischunterricht wird den Schülern die Möglichkeit geben, sich so zu entwickeln, dass sie den Anforderungen in Marburg gerecht werden können.

Was kann ich noch tun?
Da sich Emily und Ian auch auf die TRKI-Prüfungen vorbereiten, werde ich versuchen, dies ebenfalls als Vorbereitung auf die Olympiade zu nutzen. Darüber hinaus werde ich mich bemühen, ihnen weiterhin Unterstützung zu geben. Auf welche konkrete Art und Weise, darüber muss ich erst noch mal gründlich nachdenken und mich mit den Schülern absprechen. Vernetzt mit den beiden bin ich gut, uns wird schon etwas einfallen.

Monika Brosch

Emily Pilz, Dr. Monika Brosch und Ian Sanne

Applaus für Emily und Ian

Auch das LGD ließ sich nicht lange bitten. Für das gute Abschneiden von Emily und Ian bei der Sächsischen Russischolympiade gab es Applaus von der versammelten Lehrerschaft in der Aula, Blümchen und ein kleines Geschenk in Würdigung der gezeigten Leistungen.