Lessing-Gymnasium Döbeln

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24.09. Sülze und Schickimicki

Die US-Amerikanerin Cassandra Winkelman arbeitet zur Zeit am Döbelner Lessing-Gymnasium und schwärmt von Deutschland.

Wenn man so will, ist es für Cassandra Winkelman eine Rückkehr zu den Wurzeln. Die US-Amerikanerin, die in diesem Schuljahr als Fremdsprachenassistentin am Döbelner Lessing-Gymnasium arbeitet, wuchs in Boston (Massachusetts) auf. Doch ihre Ur-Ur-Großeltern, die im 19. Jahrhundert nach Amerika auswanderten, stammten aus Deutschland.

Nicht nur deshalb hat Winkelman zur deutschen Sprache eine besondere Beziehung. „Fremdsprachen zu lernen, fiel mir schon immer leicht“, erzählt die 22-Jährige. Bei den Naturwissenschaften sei es da schon anders gewesen. Kein Wunder also, dass Winkelman sich nach der Schule voll auf die Sprachen konzentrierte. Nach einem erfolgreichen Bachelor-Abschluss in Deutsch und Französisch auf Lehramt, studiert sie in den USA im Master nun Deutsch und Pädagogik.

Als Muttersprachlerin unterstützt Cassandra Winkelman (hinten) die Englisch-Lehrerin Alexandra Menz im Unterricht. Foto: Gerhard Schlechte

Am Lessing-Gymnasium unterstützt die Amerikanerin für die kommenden Monate den Unterricht von Englisch-Lehrerin Alexandra Menz. „Wenn die Schülerinnen und Schüler Fragen zur Aussprache haben oder ein Wort nicht verstehen, helfe ich ihnen“, erklärt Winkelmann, die aber auch selbst kleinere Aufgaben übernimmt. Am Montag hält sie einen Vortrag, indem sie den anderen einen Einblick in das Schulsystem der USA gibt.

Diese Verbindung sei bei ihnen inzwischen schon Tradition, erzählt Schulleiter Michael Höhme. Jedes Schuljahr komme ein Fremdsprachenassistent oder eine -assistentin an die Schule – aus Frankreich, Russland oder wie jetzt aus den USA. „Das ist für beide Seiten eine Win-Win-Situation“, betont Höhme. „Wir haben eine Muttersprachlerin, die unseren Englisch-Unterricht in diesem Jahr voranbringen kann. Und Cassandra kann bei uns ihr Deutsch weiter verbessern.“

Vom großen Boston mit seinen unzähligen Hochhäusern ins beschauliche Döbeln im Landkreis Mittelsachsen – der Kulturschock wäre für die meisten wahrscheinlich groß gewesen. Nicht so für Cassandra Winkelman. „Ich mag Kleinstädte. Bei uns in Boston ist alles so groß und modern, hier gibt es dagegen superschöne, alte Gebäude. Das gefällt mir.“ In der nächsten Zeit möchte sie sich daher unbedingt noch Dresden und Leipzig anschauen.

Wenn Winkelman erzählt, tut sie das fließend und ohne Fehler. Ihr Deutsch ist nahezu perfekt. Nur mit der Umgangssprache sei es noch schwierig, sagt die 22-Jährige. Um auch die zu lernen, suchte sie sich für ihre Zeit in Deutschland eine WG in Riesa. Dass ihre Mitbewohner aus Sachsen, Berlin und Bayern stammen und deshalb Dialekt sprechen, macht die Sache komplizierter. „Das ist noch etwas schwierig zu verstehen“, fügt sie lachend an.

Ihr deutsches Lieblingswort hat Winkelman übrigens auch schon gefunden, nämlich Schickimicki. „Das hört sich so lustig an“, findet sie. Mittlerweile benutze sie den Begriff so oft, dass ihre Mitbewohner schon ein wenig genervt seien. Und auch vom deutschen Essen ist die Amerikanerin angetan. Vor kurzem probierte sie zum ersten Mal Schnitzel, Kartoffelpuffer und Sülze. Ihr klares Fazit? „Schmeckt super.“

Döbelner Allgemeine Zeitung
Simon Ecker
24.09.2021