Lessing-Gymnasium Döbeln

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08.10. Es schmeckt in Döbelns Mensa

Der neue Essenanbieter kann enorm punkten. Die Zahl der Nutzer hat sich versechsfacht. Der Andrang führt zu Problemen.

Aufregung in der Schulelternversammlung am Lessing-Gymnasium Döbeln: Die Klassenelternsprecher berichten vom Schlange stehen beim Schulessen, von fehlenden Portionen und der Mittagspause, die jetzt zu knapp sei. Schulleiter Michael Höhme ist bei diesem Thema dennoch mehr als entspannt: „Alles, was wir uns gewünscht haben, ist eingetreten. Das Essen des neuen Anbieters schmeckt und wird von den Schülern angenommen.“

Neues Mittagessen am Döbelner Gymnasium mit v.r.Darleen Dittrich, Celine Helbig, Oliver Kaether, Ben Wittig, Lilly Jeschke Foto: Sven Bartsch

Die Schulkonferenz – bestehend aus Vertretern der Eltern, der Schüler und der Lehrer – hatte im vergangenen Schuljahr beschlossen, dem bisherigen Essensanbieter Sodexo zu kündigen und die Essenversorgung neu auszuschreiben. Drei neue Anbieter hatten sich am Gymnasium auf die Ausschreibung hin beworben. In der Schulkonferenz präsentierten die sie jeweils ihre Konzepte. Alle Sympathien gingen ganz schnell auf den Anbieter Dienstleistungs- und Service GmbH (DLS) aus Radeberg über. Das 2007 gegründete Familienunternehmen setzt darauf, die wichtigsten Komponenten vor Ort und mit einem hohen regionalen und einem Bioanteil an Zutaten zu kochen. Statt nachts vorgekochten Klebenudeln, zerkochten Kartoffeln und Möhren werden genau diese Bestandteile jetzt vor Ort, sowohl am Hauptstandort als auch bei den Fünft- und Sechstklässlern am Körnerplatz, in eigens angeschafften Dämpfern frisch zubereitet. Das hatte die Vertreter in der Schulkonferenz überzeugt. Und nun überzeugt es auch viele Schüler.

Der neue Essenanbieter am Gymnasium kommt an. Die Zahl der Schüler, die mit essen, stieg sprunghaft an. Foto: Sven Bartsch

In den knapp fünf Wochen seit Schuljahresbeginn mit dem neuen Anbieter stieg die Zahl der Essenteilnehmer am Hauptstandort des Gymnasiums von 30 bis 40 pro Tag am Ende des letzten Schuljahres auf aktuell 150 bis 180 pro Tag mit dem neuen Anbieter. Zudem nutzen etwa 100 Schüler pro Tag den von DLS betriebenen Schulshop in der Mensa und kaufen dort frische Salate, Bagel, belegte Brötchen oder Wraps als Mittagssnack. Somit frequentiert etwa die Hälfte der 550 Schüler am Hauptstandort Straße des Friedens täglich in der Mittagspause die Mensa. Der Andrang hat aber nun zur Folge, dass sich zu Beginn der Mittagspause oft eine lange Schlange über den Schulhof zieht. Es gibt ersten Unmut darüber. Auch schmeckt den Schülern, das als Büffet angebotene Essen so gut, dass sie sich Nachschlag holen und das Küchenteam mit dem frisch zubereiten des Nachschubes kaum hinterherkommt.

In der Außenstelle am Körnerplatz, wo die 5. und 6. Klassen unterrichtet werden, nutzen aktuell etwa 170 Kinder pro Tag das Schulessen. Hier gibt es keinen riesigen Speisesaal. Deshalb gehen erst die fünften, dann die sechsten Klassen nacheinander zum Essen. „Doch weil es schmeckt, holen sich viele Fünftklässler nach, es dauert länger und der Zeitablauf gerät ins Stocken“, sagt der Schulleiter. Eine Verlängerung der Mittagspause kommt aber nicht in Frage, weil die Schulzeit von den Fahrtzeiten der Schulbusse „einbetoniert“ sei. So sollen mehr Plätze in den beiden Essenräumen am Körnerplatz für Entspannung sorgen. An der Mensa im Hauptgebäude wird jetzt auch der Schulclub obendrüber mit zum Essen genutzt. Mit dem neuen Anbieter gab es am Dienstag zudem Gespräche über weitere Optimierungen. Er rät etwa zum zeitversetzten Essengehen in den 40 Minuten Pause. Meist ist nach zehn bis 15 Minuten der größte Andrang abgearbeitet. Kinder, die ihren Transponderchip vergessen haben und dem Küchenpersonal viel Zeit kosten, müssen jetzt nach dem großen Andrang wiederkommen. „Es wird sich alles einspielen“, ist der Schulleiter optimistisch. Er geht auch selbst wieder jeden Tag zum Mittagessen in die Mensa.

Döbelner Allgemeine Zeitung
Thomas Sparrer
08.10.2021