Lessing-Gymnasium Döbeln

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03.06. Radeberger sollen Gymnasium bekochen

Die Schulkonferenz war unzufrieden mit dem Essenanbieter. Der Neue kocht sogar frisch vor Ort.

Nach vielen Jahren trennt sich das Lessing-Gymnasium von seinem Essenanbieter. Ab dem neuen Schuljahr soll die Radeberger Firma DLS das Essen für die rund 800 Schüler und Lehrer liefern. Die Schulkonferenz hatte jetzt diese Entscheidung getroffen, nachdem die Stadt von mehreren Großküchen Angebote eingeholt hatte.
Ein Argument habe die Schulkonferenz besonders überzeugt, sagte Schulleiter Michael Höhme: Der neue Anbieter will frisch vor Ort kochen. Nicht alles, aber zumindest das, was empfindlich ist und schnell unappetitlich wird. Beilagen wie Gemüse und Kartoffeln, auch Nudeln. Außerdem garantiere der neue Anbieter einen Bio-Anteil von 25 Prozent, sagte Höhme. „Viele Produkte, die verarbeitet werden, kommen aus der Region." Der neue Anbieter habe auch ein elektronisches Anmelde- und Abrechnungssystem, die Ausgabe funktioniere über Transponder.

Vor einigen Jahren hatte Sodexo in Absprache mit der Schule schon Buffetessen angeboten, bei dem die Schüler die freie Auswahl unter den Beilagen hatte. Trotzdem war die Zahl der mitessenden Schüler immer welter zurückgegangen. Jetzt hofft die Schulkonferenz auf die Kehrtwende. Foto: Dietmar Thomas

Die beiden anderen beteiligten Großküchen hatten Essen nach dem Cook & Chill-Verfahren angeboten, bei denen vorbereitete Portionen vor der Ausgabe erhitzt werden, sagte Höhme.
Mit dem Mittagessen allein ist es nicht getan. An einer neudeutsch „Food Point" genannten Ausgabestelle soll es auch kleiner Snacks, Wraps, belegte Baguettes, Kaffee, Cappuccino und andere Getränke geben. „Damit wird wieder mehr Leben in die Mensa einziehen", sagte Höhme.
Der neue Anbieter will sowohl in der Hauptstelle des Gymnasiums als auch in der Nebenstelle die Möglichkeiten schaffen, um sein Konzept umzusetzen. Dabei werde auf moderne Küchengeräte gesetzt. Im Haupthaus stehe dafür eine ziemlich geräumige Küche, in der Nebenstelle ein Raum an der Essenausgabe zur Verfügung.
Der größere Aufwand hat seinen Preis: Die Kosten für die Eltern steigen auf 4,28 Euro pro Portion, sagte Höhme. Bisher hätten sie knapp unter vier Euro gelegen. „Das ist eine moderate Steigerung und zu akzeptieren, wenn die Speisen frisch zubereitet werden", sagte er. „Es gab einen Auftrag aus der Elternschaft, die dafür auch etwas mehr bezahlen wollte."
Mit dem langjährigen Anbieter Sodexo waren Schüler und Eltern nicht mehr zufrieden. Es war zwar schon eine Verbesserung angestrebt worden, als vor einigen Jahren Buffetessen angeboten wurde. Vor allem die älteren Schüler am Hauptstandort wichen lieber auf Döner und anderes Essen aus. Gerade einmal 70 von etwa 550 hatten zuletzt das Angebot von Sodexo genutzt. Von den jüngeren Schülern am Körnerplatz aßen etwa 180 bis 200 mit.
Mit dem neuen Essenanbieter hofft die Schulkonferenz wieder auf eine deutlich bessere Nachfrage bei Schülern und Lehrern. In Hartha am Martin-Luther-Gymnasium hatte das geklappt. Als Heike Geißler die Stelle als Schulleiterin antrat, sei der Wechsel beim Essenanbieter eine ihrer ersten Aufgaben gewesen, erzählte sie. Seit etwa eineinhalb Jahren wird die Schule ebenfalls von DLS aus Radeberg versorgt - wenn in der Pandemie denn mal Schule ist. „Wir sind sehr zufrieden. Viele haben wieder mitgegessen. Der Anteil der Essenteilnehmer ist in kürzester Zeit von 80 auf etwa 200 gestiegen. Es gibt viele positive Rückmeldungen von Schülern und Eltern", sagte Heike Geißler. Die Beilagen würden auch für die unterschiedlichen Pausen frisch zubereitet. „Es riecht auch sehr angenehm im Haus, wenn sie kochen."

Döbelner Anzeiger
Jens Hoyer
03.06.2021


Döner ade: Das ist der neue Essenanbieter am Gymnasium

Ein Radeberger Familienunternehmen übernimmt die Schulessenversorgung für die 780 Schüler in Döbeln. Die soll sich nämlich verbessern.

In der Mensa des Lessing-Gymnasiums in Döbeln soll ab dem neuen Schuljahr deutlich mehr Betrieb herrschen. Das wünschen sich Schülersprecher, Elternvertreter und Lehrer. Deshalb haben sie sich gemeinsam und einstimmig in der Schulkonferenz für einen neuen Schulessenanbieter entschieden.

So wie hier am Martin-Luther-Gymnasium in Hartha soll es bald auch auf den Tellern der Schüler am Lessing-Gymnasium Döbeln aussehen. Auch am Lessing-Gymnasium kocht der Anbieter DLS aus Radeberg bald das Schulessen. Foto: Sven Bartsch

Dem Rüsselsheimer Großversorger Sodexo wurde vorsorglich der Vertrag gekündigt. Drei neue Anbieter hatten sich am Gymnasium auf die Ausschreibung hin beworben. In der Schulkonferenz präsentierten die Anbieter jeweils ihre Konzepte. Doch weil das Thema Cook and Chill, wie es Sodexo mit seiner Großküche bei Dresden anbot, am Gymnasium offenbar verbrannt ist, gingen die Sympathien ganz schnell auf den Anbieter Dienstleistungs- und Service GmbH (DLS) aus Radeberg über. Das 2007 gegründete Familienunternehmen setzt als einziger der drei Anbieter darauf, die wichtigsten Komponenten vor Ort zu kochen. Statt Klebenudeln, Matschkartoffeln und grauen Möhren sollen genau diese Bestandteile vor Ort, sowohl am Hauptstandort als auch bei den Fünft- und Sechstklässlern am Körnerplatz, frisch zubereitet werden. Das hat die Vertreter in der Schulkonferenz überzeugt.

„Die wichtigsten Bestandteile des Essens sollen nach dem Konzept vor Ort zubereitet werden. Dazu nutzt das Unternehmen Dämpfer, Pastamaschinen und Kartoffelschälmaschinen vor Ort. Auch ein sehr hoher Anteil an regionalen Produkten und 25 Prozent Bioanteil sprachen für diesen Anbieter“, schildert Schulleiter Michael Höhme. All das hatten sich die Eltern, Lehrer und Schüler im Vorfeld gewünscht, ebenso wie einen Schulshop, der die Mensa zusätzlich deutlich aufwertet. „Foodpoint“ soll dieser nach dem Konzept der Radeberger heißen und als Ergänzung zum Schulessen Wraps, Bagel, Salate, Obstteller und vegane Snacks anbieten. Für das Schullessen möchte DLS täglich drei Menüs anbieten, eins davon vegetarisch. Dass dies alles sicher auch seinen Preis hat, war Eltern und Schülern im Vorfeld bewusst. Aktuell kostet das Schulessen am Gymnasium knapp unter 4 Euro. „Mit 4,28 Euro fällt der neue Preis nur moderat höher aus“, findet der Schulleiter. Er hofft, dass mit dem neuen Anbieter wieder 150 bis 200 von derzeit 550 Schülern am Hauptstandort das Mittagessen in der Mensa einnehmen.

Am Dienstag gab es in der Mensa in Döbeln ein erneutes Treffen, um zu besprechen, welche Vorbereitungen zu treffen sind. Das Martin-Luther-Gymnasium in Hartha hat sich vor zwei Jahren für den gleichen Anbieter aus Radeberg entschieden und wird seit Dezember 2019 von ihm bekocht.

Döbelner Allgemeine Zeitung
Thomas Sparrer
03.03.2021

Kommentar

Ungewollte Wirtschaftsförderung

Die umliegenden Anbieter von Döner, Nudeln und Imbissangeboten sowie die beiden Einkaufsmärkte in der Nachbarschaft haben sich schon länger darauf eingestellt, dass das Schulessen am Lessing-Gymnasium in Döbeln die Schüler seit Jahren kaum anspricht. Wenn von 550 Schülern nur noch ein Zehntel mittags in die Mensa schleicht, haben die Eltern-, Lehrer-und Schülervertreter jetzt zu recht die Notbremse gezogen und wollen es mit einem neuen Schulessenanbieter versuchen. Denn diese Art der Wirtschaftsförderung in der Schulumgebung muss ein Gymnasium nicht leisten. Ein gesundes, mit regionalen Zutaten frisch gekochtes Essen in der Mensa ist für Heranwachsende gesünder, als die Streuselschnecke vom Bäcker oder das Fastfood vom Drehspieß. Das werden sich die Schüler dennoch ab und an gönnen. Doch schön wäre es, wenn die Mensa-Esser in Döbeln wieder mehr würden. In Hartha kocht seit Dezember 2019 der gleiche Anbieter und die Zahl der Schulessen wuchs bis zum Beginn der Pandemie im März 2020 von 80 auf 200. Das macht auch für das LGD sehr zuversichtlich.