15.01. Döbelner erhalten Zertifikat aus Moskau

Die Mädchen und Jungen sind um 20 Prozent besser als ihre Vorgänger. „Das habt ihr richtig gut gemacht“, lobt Russischlehrerin Monika Brosch, als sie die Zertifikate an die fünf Mädchen und drei Jungen überreicht.

Die Neunt- und Zehntklässler haben sich an einem Test für Russisch als Fremdsprache beteiligt und sind dafür an einem Sonntag extra nach Berlin ins Russische Haus der Wissenschaft und Kultur gefahren. Dort hat jeder der Döbelner Gymnasiasten mit einer Dozentin des Puschkininstituts Moskau geplaudert und etwas über sich selbst, und seine Freizeitgestaltung erzählt. Anschließend mussten die 15- und 16-Jährigen beweisen, wie gut sie die russische Sprache verstehen, lesen und schreiben können und ob sie in der Grammatik fit sind. Die, da sind sich alle einig, ist das Schwierigste an der russischen Sprache.

Die Neunt- und Zehntklässler des Lessing-Gymnasiums besitzen gute Grundkenntnisse in der russischen Sprache. Das haben sie jetzt schwarz auf weiß.

Die einzelnen Tests haben die jungen Leute gut gemeistert, wie die Urkunden beweisen, die vom russischen Bildungsministerium ausgestellt wurden. 65 Prozent aller möglichen Punkte mussten die Teilnehmer der Prüfung erreichen, um sie zu bestehen. Bei den Döbelnern lag der niedrigste Wert bei 75 Prozent. Julia hat mit 90 Prozent am besten abgeschnitten. Sie gehört auch zu den vier Gymnasiasten, die nach der Elementarstufe für die nächsthöhere, die Basisstufe, weiterlernen möchten. Aber in dieser Beziehung sei das letzte Wort noch nicht gesprochen, meint Monika Brosch schmunzelnd. Sie ist überzeugt, das können noch mehr aus der Gruppe schaffen.

Die Lehrerin, die auch Vorsitzende des sächsischen Russischlehrerverbandes ist, teilt zur Erinnerung kleine Matroschkas und die von den Schülern geliebten russischen Kekse in Pilzform mit Schokoladenhut aus. Von Schulleiter Michael Höhme gibt’s einen Büchergutschein und einen USB-Stick dazu.

Insgesamt 133 Mädchen und Jungen von der sechsten bis zur elften Klasse lernen zurzeit am Döbelner Gymnasium Russisch. Das Interesse an dieser Fremdsprache ist seit Jahren ungebrochen. „Bei einigen Schülern, die sich in Westdeutschland beworben haben, wurde sie als besondere Qualifikation anerkannt“, so Höhme. Anderen wurde während des Studiums eine Prüfung erlassen. Das habe ihnen bis zu eineinhalb Jahre Studienzeit gespart, weiß Monika Brosch.

Sie findet es schade, dass es für die Döbelner keine direkten Kontakte nach Russland gibt und es so eine theoretische Sprache bleibt. Die Schüler sind trotzdem mit Eifer dabei und haben unlängst beim Sprachturnier „Spielend Russisch lernen“ zum ersten mal den Bundescup erreicht. Zuvor hatten sich im Landesfinale zwei Achtklässler des Lessing-Gymnasiums gegen zwei Elftklässler einer anderen Schule durchgesetzt.

Döbelner Anzeiger
Cathrin Reichelt
15.01.2020