23.10. Erinnerungskultur wird gepflegt

Zehntklässler besuchen Gedenkstätte Buchenwald

Am Dienstagmorgen machten sich die Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen gemeinsam mit ihren vier Geschichtslehrkräften auf den Weg zur Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar. Das ehemalige Konzentrationslager auf dem Ettersberg war ein zentraler Ort des nationalsozialistischen Terror- und Vernichtungssystems. Über 250.000 Menschen – darunter vor allem politisch Verfolgte und Jüdinnen und Juden – waren dort inhaftiert, etwa 50.000 von ihnen verloren ihr Leben.

Die Schülerinnen und Schüler neben Fritz Cremers Bronzeplastik.

Die Exkursion knüpfte an die im Unterricht behandelten Themen an und erfüllte zugleich den Bildungsauftrag, eine Gedenkstätte zu besuchen. Darüber hinaus war der Besuch ein wichtiger Beitrag zur gesellschaftlichen Erinnerungskultur. Die im Mai 2025 verstorbene Holocaust-Überlebende Margot Friedländer formulierte diesen Auftrag eindrucksvoll:

„Ich bin zurückgekommen, um mit Euch zu sprechen, um Euch die Hand zu reichen,
Euch zu bitten, dass ihr die Zeitzeugen sein sollt, die wir nicht mehr lange sein können.“

Nähere Informationen gab die Ausstellung "Buchenwald. Ausgrenzung und Gewalt 1937-1945"

Zu Beginn des Besuchs erhielten die Schülerinnen und Schüler durch einen einführenden Film erste Eindrücke vom ehemaligen Konzentrationslager. Anschließend führten die Geschichtslehrkräfte über das Gelände und erläuterten die Bedeutung zentraler Orte wie den Appellplatz, den ehemaligen Lagerzoo, das Torgebäude mit den Arrestzellen, den Bahnhof sowie das Krematorium. Auch ein Besuch der Dauerausstellung „Buchenwald. Ausgrenzung und Gewalt 1937–1945“ gehörte zum Programm. Dort konnten die Lernenden originale Objekte aus dem Lageralltag betrachten und sich ein eindrückliches Bild von den Lebensbedingungen der Häftlinge machen.

Zum Abschluss des Tages besuchten die Schülerinnen und Schüler das Buchenwalddenkmal mit der 1958 von Fritz Cremer geschaffenen Bronzeplastik – ein Ort des stillen Gedenkens und der Reflexion.

Die gewonnenen Eindrücke und Erkenntnisse sollen die Jugendlichen darin bestärken, Verantwortung für Erinnerung, Toleranz und Menschlichkeit zu übernehmen – und sich, ganz im Sinne Margot Friedländers, für Zusammenhalt sowie gegen Ausgrenzung und Diskriminierung einzusetzen.

Cara Luise Hähner/ Katrin Berge/ Natalia Diaconu/ Tim Breucker