28.11. Geschichte erleben

Grundkurse „Jüdische Geschichte und Kultur“ absolvieren intensive Exkursionstage in Berlin

Vom 20. bis 21. November 2025 machten sich die Grundkurse Jüdische Geschichte und Kultur der Jahrgänge 11 und 12 voller Motivation und Neugier auf den Weg in die Hauptstadt. Bereits die gemeinsame Zugfahrt bot Gelegenheit für spannende Gespräche und Vorfreude auf das vielschichtige Programm, das uns erwartete. Die Anreise verlief problemlos - ein entspannter Auftakt für zwei beeindruckende Tage.

Nach der Ankunft in Berlin trennten sich beide Jahrgänge für unterschiedliche Programmpunkte. Die Schüler und Schülerinnen der 11. Klasse nahmen an einer Führung im Jüdischen Museum teil und erhielten vielfältige Einblicke in jüdische Kultur, Religion und Geschichte. Wir Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 12 durften währenddessen das Archiv des jüdischen Museums im Rahmen eines Workshops erkunden - ein einzigartiges Erlebnis. Wir arbeiteten mit Originalakten und Dokumenten, in denen die Geschichten jüdischer Familien zur Zeit des NS-Regimes aufbewahrt werden. Besonders beeindruckend war die Möglichkeit, die Schicksale einzelner Menschen sowie Beweggründe und Lebenssituationen nachzuvollziehen und hautnah begreifen zu können. Offene Fragen konnten die gesamte Zeit direkt und tiefgreifend mit den Archivmitarbeitern und Archivmitarbeiterinnen besprochen werden. Dieser Workshop und das gesamte Angebot war für viele von uns ein Höhepunkt der gesamten Exkursion.

Nach Museumsbesuch und Archivarbeit trafen beide Jahrgänge wieder zusammen und machten sich auf den Weg ins Hostel. Nach einer kurzen Erholung und Stärkung ging es am Abend ins Theater des Westens, in welchem wir das Musical „Romeo und Julia“ besuchten. Die Inszenierung überzeugte durch großartige Darsteller und Darstellerinnen, einer beeindruckenden Bühnengestaltung und einer emotionalen Atmosphäre, welche uns alle mitriss. Nach einem langen, aber eindrucksvollen Tag fielen schließlich alle müde und zufriedenen ins Bett.

Der nächste Morgen begann mit einem gemeinsamen Frühstück im Hostel. Anschließend machten wir uns gestärkt und neugierig mit Straßenbahn und U-Bahn auf den Weg zum Centrum Judaicum, dem kulturellen und religiösen Zentrum der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Untergebracht ist dieses in der prachtvollen Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße. In zwei Gruppen erlebten wir eine informative und zugleich bewegende Führung. Wir erhielten Einblicke in die wechselvolle Geschichte der Synagoge, ihre Zerstörung in der Zeit des Nationalsozialismus, ihren Wiederaufbau sowie die religiöse Bedeutung des Gebäudes. Viele von uns waren beeindruckt von der Atmosphäre des Ortes und den authentischen Spuren jüdischen Lebens in Berlin. Danach stand Freizeit auf dem Programm: bei sonnigem Herbstwetter erkundeten viele von uns Berlin weiter auf eigene Faust. Ob beim Bummeln durch die Stadt, beim Besuch kleiner Cafés oder beim Entdecken weiterer Sehenswürdigkeiten.

Am Nachmittag machten wir uns wieder gemeinsam auf den Weg zum Berliner Hauptbahnhof. Die Rückfahrt bot Gelegenheit, die Erlebnisse der vergangenen Tage Revue passieren zu lassen - Gespräche über berührende Schicksale, über das Gesehene und über die Wirkung, die historische Orte hinterlassen. Die Exkursion bot uns einmalige, authentische und historische Einblicke, spannende kulturelle Erfahrungen und viele Gelegenheiten, miteinander ins Gespräch zu kommen und Neues zu entdecken. Noch lange werden wir uns an diese erlebnisreichen Tage erinnern.
Ein großes Dankeschön gilt hierbei unserer Schule für dieses wertvolle Angebot !

Milli Marx