13.05. So geht Kultur in Döbeln
Schülerinnen und Schüler des LGD beteiligen sich an Kulturnacht
Die Döbelner Nacht der Kultur hatte viele Akteure und viele Besucher. Unter den Aktiven waren auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler unserer Schule. Koordiniert von Judith Fulmer und Emilia Loschinski und präsentiert von Luana Schulze und Mia Weinberg präsentierte unser Gymnasium in der Diele des Rathauses sein kulturelles Potential. Die Mitglieder der AG „Schule ohne Rassismus Schule mit Courage“ beeindruckten mit selbstgeschrieben Poetry Slams, die in beeindruckender Weise Nachdenklichkeit, Humor und Tatendrang verkörperten.
Peer Jähnichen, Lilou Greif und Elise sorgten als kleine LGD-Band für den nötigen musikalischen Schwung. Mit Mitzuwippen war schwer.
Die Theater-AG der Schule nutze die Kulturnacht, um ihr aktuelles Theater-Projekt vorzustellen. Die Schülerinnen und Schüler bringen das Stück „Isay Rottenbergs Zigarrenfabrik“ als Uraufführung auf die große Bühne. Das Stück erzählt die Geschichte des niederländisch-jüdischen Unternehmers Isay Rottenberg, der 1932 eine Zigarrenfabrik in Döbeln übernahm und sich während der NS-Zeit gegen Verfolgung und Enteignung wehrte.
Ein besonders gut besuchter Ort war auch bei der diesjährigen Nacht der Kultur ein leerstehendes Eckhaus an der Zwingerstraße. Das haben verschiedene junge Künstler, unter ihnen Schülerinnen und Schüler der AG von Kunstlehrerin Anja Fischer, in einen urbanen Kunstort verwandelt. Graffitis an den Wänden, aber auch Installationen, Fotografien und Bilder bildeten einen interessanten Kontrast zum morbiden Umfeld.
Die 3. Döbelner Kulturnacht war wieder spannend und unterhaltsam. Schön, dass wir als Schule mit so vielen Akteuren dabei waren. Wer die Gelegenheit, Döbelns Kultur kennenzulernen, nicht genutzt hat, hat etwas verpasst.
Michael Höhme
Isay Rottenbergs Zigarrenfabrik
Mit „Isay Rottenbergs Zigarrenfabrik – Eine Döbelner Geschichte“ bringt ein außergewöhnliches Theaterprojekt ein bewegendes Kapitel lokaler Geschichte auf die Bühne. Im Mittelpunkt steht der niederländisch-jüdische Unternehmer Isay Rottenberg, dessen Leben in Döbeln von Mut, Erfolg – und schließlich von Verfolgung, Enteignung und Haft geprägt war.
Gemeinsam mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist eine eindrucksvolle Inszenierung entstanden, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpft. Auf Grundlage historischer Recherchen, persönlicher Familiengeschichten und intensiver Begegnungen wird jüdisches Leben in Döbeln sichtbar gemacht – und die Frage gestellt, wie wir heute erinnern wollen.
In einem offenen, kreativen Prozess entwickelten die Teilnehmenden Spiel, Bühnenbild und Kostüme selbst. So entsteht ein Theaterabend, der nicht nur erzählt, sondern nahe geht.
Das Projekt findet im Rahmen des Jahres der Jüdischen Kultur in Sachsen „Tacheles“ statt und wird gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Es ist ein Kooperationsprojekt des Treibhaus e. V. mit dem Förderverein des Lessing-Gymnasiums Döbeln e. V. sowie der Fachstelle NS-Erinnerungsarbeit und Demokratiebildung der sächsischen Landesarbeitsgemeinschaft Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem Mittelsächsischen Theater.









