26.03. So erleben junge Franzosen Döbeln

Das Lessing-Gymnasium und eine Schule im französischen Evron verbindet eine Partnerschaft. Auch nach einem Generationswechsel funktioniert sie noch.

Viele Schülerjahrgänge aus dem Döbelner Lessing-Gymnasium und dem Collège Sacré Cœur aus dem französischen Evron haben sich im Laufe der vergangenen 24 Jahre gegenseitig besucht. In einem Jahr sind deutsche Schüler in Frankreich, im anderen dann junge Franzosen in Deutschland.
2026 sind die Franzosen dran mit einer Reise ins Nachbarland. Am Sonntag sind 23 Achtklässler aus Evron in Döbeln angekommen. Am Montag haben sie das Döbelner Rathaus sowie das Museum besucht und wurden von Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU) empfangen, der ihnen die Stadt erklärte. Die Schüler schrieben in ihren Arbeitsblättern eifrig mit und stellten Fragen.

Oberbürgermeister Sven Liebhauser begrüßte die französischen Schüler im großen Saal des Rathauses, in dem auch der Döbelner Riesenstiefel ausgestellt wird. Foto: Lutz Weidler

Auch das Hochwasser 2002 war ein Thema. Und gerade dieses Ereignis begründet auch die Partnerschaft zwischen der deutschen und der französischen Schule. Ein Lehrer vom Gymnasium im niedersächsischen Wildeshausen, der damals in Döbeln mit aufräumte, hatte die Partnerschaft vermittelt. Die Schule in Evron, die schon eine Partnerschaft mit Wildeshausen hatte, suchte damals eine Partnerschule in Ostdeutschland. „Ich finde es großartig, dass Schüler aus Evron zu uns kommen und Döbelner Schüler nach Evron fahren“, sagte Liebhauser. Über viele Jahre wurde der Schüleraustausch von Daniele Sturm, Französischlehrerin in Döbeln, und ihrem Kollegen Didier Planchais, Deutschlehrer in Evron, organisiert. Beide sind mittlerweile im Ruhestand, und die nächste Generation hält die Fahnen hoch.

Maria Buschmann, Lehrerin am Döbelner Gymnasium, und ihre Kollegin Megane le Mee aus Evron haben die Organisation übernommen. „Ich mache das echt gern und bin da mit vollem Elan dabei“, sagte Maria Buschmann. Megane le Mee ist das zweite Mal in Döbeln. „Für mich ist das immer ein Vergnügen“, sagt die junge Lehrerin.

Die Achtklässler aus Frankreich wohnen bei den Familien von Schülern des Lessing-Gymnasiums, wo sie auch die deutsche Sprache sprechen müssen. Bis zur Abreise am 2. April erwartet sie ein umfangreiches Programm. Bei einer Schulrallye lernen sie ihre Gastgeberschule kennen. Ein Besuch in Chemnitz ist geplant, wo sie das Polizeirevier besuchen und bouldern werden. Sie besuchen das Theater und schauen sich die Kelterei Sachsenobst an, spielen Bowling im WelWel und vertiefen die Freundschaft mit den deutschen Schülern bei einem Sportnachmittag.

Noch etwas Besonderes steht im Programm: ein Vortrag über den sächsischen Dialekt. Den habe sich ihre Kollegin gewünscht, erzählt Maria Buschmann. „Für mich ist es schwer, den Dialekt zu verstehen“, sagte Megane le Mee.

Döbelner Anzeiger
Jens Hoyer
26.03.2026