21.03. Döbelner sammeln vier Kubikmeter Müll ein

In Döbeln haben Schüler und Bürger am Freitag die Stadt von Müll befreit. Rund 400 junge Leute waren unterwegs.

Die Döbelner haben am Freitag in ihrer Stadt aufgeräumt. Allein 400 Schüler hatte die Stadtverwaltung mobilisieren können. Dazu kamen einige Bürger.
Schon am Morgen um 9 Uhr standen die älteren Jahrgänge der Schloßbergschule auf dem Obermarkt, um sich Greifzangen, Einmalhandschuhe und Müllbeutel abzuholen und dann in die ihnen zugewiesenen Bereiche zu ziehen und den Müll einzusammeln. Dafür gibt es auch eine kleine Anerkennung. Die Stadt spendiert der Schloßbergschule 300 Euro, auch die anderen Schüler bekommen eine Summe für die Klassenkasse. Die Schloßbergschule will das Geld im Mai für eine Fahrt in den Leipziger Zoo verwenden, sagte der stellvertretende Schulleiter Dirk Polster.

Schüler der 11c des Lessing-Gymnasiums haben in der Flutmulde aufgeräumt. Insgesamt waren um die 400 Döbelner Schüler und einige weitere Bürger bei der Aufräumaktion dabei. Foto: Jens Hoyer

Ab 13 Uhr waren Schüler des Gymnasiums und der Oberschule Am Holländer im Einsatz. „Es ist schade, dass wir das überhaupt machen müssen. Es ist oft so, dass Leute Müll unbedacht wegwerfen. Das ist ärgerlich. Wenn ihr im Alltag seht, da liegt etwas, werft es einfach in einen Müllbehälter. Das wäre schon ein Beitrag zur Sauberkeit. Wenn ihr seht, dass andere etwas wegwerfen, dann könnt ihr sie einfach mal ansprechen“, sagte Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU).

Nach Ausgabe der Werkzeuge schwärmten die Gruppen ins Stadtgebiet aus. Die 5d des Lessing-Gymnasiums hatte den Körnerplatz zugeteilt bekommen. Die 8c war in den Klostergärten unterwegs. „Wir sind 27 Schüler und eine Lehrerin. Wir haben in der Klasse darüber abgestimmt, ob wir mitmachen. Das ist nachhaltig und gut für die Umwelt“, sagte Alma Friedrich (14).

Auch Andreas Porstmann machte mit. „Ich bin mit den Omas gegen Rechts im Bereich des Krankenhauses unterwegs“, sagte er. „Wir versuchen, das asoziale Verhalten von Leuten zu korrigieren, die zu Hause Wert auf Ordnung legen.“

Die Flutmulde ist besonders im Bereich von Kaufland extrem vermüllt. Dort ist die 11c des Lessing-Gymnasiums, Leistungskurs Englisch, mit ihrer Tutorin Bärbel Kampe unterwegs. „Ich habe eine Pokémonkarte gefunden. Vielleicht finden wir noch den Rest des Spiels“, ruft sie belustigt. Elena Lippmann ist eine der Schülerinnen, die die Flutmulde absuchen. „Ich war schon einige Male dabei. Bei Lidl haben wir mal eine Matratze gefunden“, erzählt sie. „Ich finde das cool. Ich denke, die Natur braucht das.“

Am Nachmittag hatte der Döbelner Bauhof dann von etwa 17 Sammelpunkten die gefüllten Mülltüten eingesammelt. „Ich schätze, dass um die vier Kubikmeter zusammengekommen sind“, sagte Jürgen Aurich, Leiter des Baubetriebsamtes.

Döbelner Anzeiger
Jens Hoyer
23.03.2026