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22.12. Ganz vom Sport kann Siggi nicht lassen

Sportlehrer Siegbert Leimner ist jetzt im Ruhestand. Er kann beruhigt abtreten. Eine Nachfolgerin ist gefunden.

Eine Döbelner Institution ist in den beruflichen Ruhestand gegangen. Siegbert Leimner war nicht nur lange Sportlehrer am Lessing-Gymnasium, sondern als Schulsportkoordinator auch für sportliche Aktivitäten der Schulen in der Region Döbeln zuständig.
Seit Anfang des Monats kann der 64-Jährige die Rente genießen. Am Mittwoch hat sich „Siggi“ von Kollegen, Freunden, Mitstreitern verabschiedet. Er bekam Geschenke und verteilte Andenken. Kollegin Uta Richter hängte er lachend ein Trikot um. Die wusste gleich, um was es ging: „Wir haben immer gesagt: Irgendwann machen wir am Mittelkreis einen Trikottausch.“

Für seine Kollegin Uta Richter hatte Siegbert Leimner ein Trikot zum Abschied übrig. Fotos: Jens Hoyer

Eigentlich wollte er schon ein Jahr eher in den Ruhestand gegen, sagte Leimner. „Aber in der Pandemie wollte ich nicht von der Bühne abgehen, sondern die Sache weiterreichen.“ „Die Sache“, das ist die Koordination von vor allem außerschulischen Sportveranstaltungen. Organisation, Anleitung und Abstimmung von und mit Sportlehrerkollegen. „Das hat mir immer Spaß gemacht. Das war eine Abwechslung zum Sportunterricht.“
Der Generationswechsel in diesem Bereich hat auch geklappt. Eine junge Kollegin wird die Koordination übernehmen. Lisa-Marie Große gehört zu einer Gruppe von vier jungen Lehrern, die im Februar ihren Dienst am Lessing-Gymnasium antreten sollen. „Zwei der neuen Kollegen unterrichten in der Kombination mit Sport. Ich bin ziemlich stolz, dass das geklappt hat“, sagte Schulleiter Michael Höhme. Drei Sportlehrer der Schule waren in den Ruhestand gegangen.
Es erfolgt gerade ein Generationswechsel in der Lehrerschaft des Lessing-Gymnasiums. „Aber das können wir gut stemmen“, sagte Höhme. Trotzdem sei die Personalsituation angespannt. Gerade beim derzeitig hohen Krankenstand.
Leimner war vor 64 Jahren im „längsten Dorf der Welt“, wie Höhme scherzte, in Marbach, geboren worden. Seine Kindheit hat er aber in der Döbelner Bäckerstraße verbracht. „Da fuhr dort noch der Bus durch“, erzählte Leimner. 1977 machte er das Abi am Gymnasium, das damals Erweiterte Oberschule hieß. Fußball war schon immer seine Leidenschaft, auch wenn er ihr heute nicht mehr frönen kann. „Ich musste meinen Vater aber erst überzeugen und bin manchmal heimlich zum Fußball gegangen“, erzählt er.

Siegbert Leimner am Kickertisch des Schulclubs im Lessing-Gymnasium. Der Sportlehrer war auch aktiver Fußballer und Fußballtrainer. Außerdem organisierte er insgesamt 28 Hallenfußballturniere, zu denen Mannschaften aus ganz Mittelsachsen anreisten.

Nach dem Abi kam das Studium an der Deutschen Hochschule für Körperkultur und Sport, kurz DHfK, in Leipzig. Danach folgte eine Zeit ohne Lehrauftrag. Leimner arbeitete für den Deutschen Turn- und Sportbund, sichtete und förderte Talente auf Kreisebene für den DDR-Leistungssport. „Ich wollte aus der Mühle raus“, erzählt er. „Wenn der Kreis die Delegierungsaufträge nicht erfüllte, gab es Druck.“
Leimner unterrichtete als Sportlehrer an der Kaufmännischen Berufsschule in Döbeln. 1990 habe sein ehemaliger Lehrer Konrad Kindermann vor der Tür gestanden und wegen eines Wechsels zum Gymnasium angefragt. „Ich habe dann ein Jahr lang an beiden Schulen Sport unterrichtet“, sagte Leimner. Seit 2002 habe er auch als Schulsportkoordinator gearbeitet.
Leimner hatte unter anderem jedes Jahr das Hallenfußballturnier der mittelsächsischen Gymnasien organisiert. Dieses Jahr wäre es das 30. gewesen, aber 2020 hatte die Zählung wegen Corona bei 28 gestoppt. Im Februar ist wieder ein Turnier geplant. Leimner will diesmal im Publikum sitzen.
Von Sport wird der Döbelner aber auch im Ruhestand nicht lassen. Er wird weiter Herzsportgruppen beim Döbelner Gesundheitssportverein leiten. Vor einiger Zeit musste er sich selbst nach einer Herz-OP aus dem gesundheitlichen Tief herausarbeiten. Mehr Zeit hat er jetzt fürs Lesen, das Grundstück und seine Enkelkinder. Auch fürs Reisen. „Auf jeden Fall nach Amsterdam. Das habe ich meiner Frau zum 60. Geburtstag versprochen. Die Reise musste wegen Corona zweimal verschoben werden.“

Döbelner Anzeiger
Jens Hoyer
22.12.2022


Sportlehrer-Urgestein Siggi Leimner bleibt dem Sport weiter treu

Am Lessing-Gymnasium in Döbeln gab Siegbert Leimner an seinem 64. Geburtstag seinen Abschied. Eine junge Kollegin wird in seine Fußstapfen treten.

„Sportlehrer war immer mein Traumberuf.“ Das sagt Siegbert Leimner aus voller Überzeugung. Seit der Döbelner an die Lessing-EOS in Döbeln zum Abitur kam, stand sein Berufswunsch fest. Vor Weihnachten hat er sich nun von Kollegen, Freunden und Mitstreitern verabschiedet. Mit dem 64-Jährigen geht am Lessing-Gymnasium Döbeln eine Institution in Rente. Denn Siegbert Leimner war nicht nur Sportlehrer, sondern auch Schulsportkoordinator für 26 Schulen im Altkreis Döbeln und damit für alle sportlichen Aktivitäten und Wettkämpfe der Schulen in der Region verantwortlich. „Ich habe die Arbeit sehr gerne gemacht und bin deshalb auch noch ein Jahr länger geblieben, als geplant“, sagt er. Als nach Corona alles brach lag, wollte er Wettkämpfe wie das Hallenfußballturnier der Gymnasien in Mittelsachsen, den Staffellauf der Schulen oder Jugend trainiert für Olympia erst wieder in Gang gesetzt wissen, bevor er an den Ruhestand denken konnte. Eigentlich wollte er bei den von ihm initiierten Hallenfußballturnieren der Mittelsächsischen Gymnasien sogar die 30 noch voll machen. Doch Corona beendete die Zählung beim 28. Turnier. Nummer 29 findet am Donnerstag vor den Februarferien 2023 in Döbeln statt. Dann wird er Zuschauer sein.

Immer am Ball: Siegbert Leimner war in seinem Leben auch aktiver Fußballer und Fußballtrainer. Als Schulsportkoordinator organisierte er 28 Hallenfußballturniere für die Gymnasien der Region. Foto: Sven Bartsch

Den Staffelstab seiner Arbeit als Sportlehrer am Gymnasium und als Schulsportkoordinator hat er nun an eine junge Nachfolgerin übergeben können. Das freut ihn und Schulleiter Michael Höhme ganz besonders. Lisa-Marie Große ist eine von vier jungen Referendaren, die im Februar ihren Dienst als junge Lehrerinnen und Lehrer am Lessing-Gymnasium antreten werden. Und sie ist eine von zwei Sportlehrern, denn mit Siegbert Leimner gingen zuletzt drei Sportlehrer des LGD in Rente.

In Marbach, wo es seine aus Schlesien stammenden Großeltern hin verschlug, ist Siegbert Leimner 1958 zur Welt gekommen. An der Bäckerstraße in Döbeln und vor allem am Roten Kreuz ist er groß geworden. Die Eltern seiner Mutter hatten am Hans-Sachs-Weg ein Siedlungshaus, in das die Familie später umzog. Mit neun kam der Junge zum Fußball bei Motor Döbeln, was dem Vater, der sich beim Fußball ein Bein gebrochen hatte, zunächst gar nicht passte. Fußball liebt Siegbert Leimner bis heute. Ein Stadionbesuch bei Manchester United und dem FC Liverpool ist aktuell ein großer Traum von ihm.

Nach dem Abitur und der Armeezeit studierte Siegbert Leimner an der Deutschen Hochschule für Körperkultur und Sport (DHfK) in Leipzig Sportwissenschaften. Doch statt Diplomsportlehrer an einer Schule zu werden, landete er zunächst beim Deutschen Turn- und Sportbund (DTSB) und war in der Region für die Talentegewinnung für den Leistungssport zuständig. Doch Leimner wollte in den Schuldienst. An der kaufmännischen Berufsschule in Döbeln konnte er 1988 schließlich als Lehrer starten. Sein ehemaliger Lehrer Konrad Kindermann holte ihn 1990 schließlich ans spätere Lessing-Gymnasium Döbeln. „Ich hatte immer viel Unterstützung von meinen Kollegen“, erinnert er sich und denkt zurück an die Skilager am Gymnasium, die er mit Kollegin Silvia Kirste einführte. Die Skitaufen von Lehrern und Schülern waren immer ein besonderes Highlight. Ebenso wie die vielen Wettkämpfe, die er ab 2002 als Schulsportkoordinator mit auf die Beine stellte.

Nach einer Herzerkrankung 2018 brauchte Siegbert Leimner eine Weile, um aus dem Loch zu kommen und als 60-Jähriger noch einmal neu durchzustarten. Am Ende sind aus den damals geplanten drei Jahren sogar vier geworden, die er im Beruf blieb. Mit Sport ist aber nun noch lange nicht Schluss. Er betreut weiterhin die Herzsportgruppen des Döbelner Gesundheitssportvereins und eine Rehasportgruppe. Wenn es das Knie erlaubt, will er bei den Freizeitfußballern im Gesundheitssportverein wieder mit kicken. Und dann kommen zwei der insgesamt drei Enkelinnen im neuen Jahr in die Schule, wo der Opa sicher auch gefragt sein wird.

Auf seine Enkelinnen und seine beiden Söhne ist Siegbert Leimner stolz. Beide Jungen waren gute Fußballer. Der Große ist in der Finanzwirtschaft tätig und folgt dabei beruflich der Mutter. Der jüngere Sohn ist im Sport tätig.

Reisen steht nun auch noch auf dem Programm des Neu-Ruheständlers. Amsterdam ist das Ziel, das er seiner Frau zu deren letztem runden Geburtstag geschenkt hat. Die Reise musste wegen Corona zwei mal verschoben werden. Mit seinen Jungs war er nach seinem 60. nach Amsterdam zum Fußball gefahren und hatte seiner Frau davon vorgeschwärmt. Nun ist die Tulpenstadt das gemeinsame Reiseziel.

Döbelner Allgemeine Zeitung
Thomas Sparrer
29.12.2022