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09.12. LGD an Pilotprojekt beteiligt

Sachsen will an seinen Schulen jetzt das DELF-Zertifikat für die französische Sprache anbieten. Im Döbelner Gymnasium ist das schon Alltag.

Eine kleine Delegation aus dem Döbelner Lessing-Gymnasiums war am Donnerstag mit dem sächsischen Kultusminister Christian Piwarz in Berlin. Dieser unterzeichnete mit dem Botschafter Frankreichs eine Absichtserklärung zur Einführung des DELF-Sprachzertifikats an Sachsens Schulen. Das Lessing-Gymnasium als Partnerschule des Institut français d’Allemagne und Stützpunktschule für das französische Sprachzertifikat hatte eine Einladung zum Festakt erhalten, so Schulleiter Michael Höhme. Anschließend gab es für die Döbelner die Möglichkeit, die französische Botschaft zu besichtigen.

Französisch ist eine von fünf Fremdsprachen, die neben Englisch, Russisch, Spanisch und Latein am Gymnasium unterrichtet werden. Für die Döbelner ist das DELF-Zertifikat nichts Neues. Der Leistungsnachweis kann hier schon seit Jahren erworben werden. Außer dem Zertifikat für die französische Sprache können die Schüler auch das Cambrigde-Zertifikat für die englische und das TRKI-Zertifikat für die russische Sprache ablegen.
Neben sieben anderen sächsischen Schulen ist das Lessing-Gymnasium am Pilotprojekt zur Einführung des Zertifikats an den sächsischen Schulen beteiligt. Die Schulen hätten sich freiwillig für die Teilnahme entschieden und verfügen über mehrjährige Erfahrungen bei der Vorbereitung ihrer Schüler auf die Prüfungen, so das Kultusministerium in einer Pressemitteilung.

Für das Sprachzertifikat müssen eine schriftliche und mündliche Prüfung bestanden werden. Der schriftliche Leistungsnachweis wird von der französischen Botschaft erstellt und an einem zentral festgelegten Termin geschrieben.
Die ersten Prüfungen werden bereits am 23. März 2023 erfolgen, so das Kultusministerium weiter. Die geprüften Kompetenzen im Hören, Lesen, Schreiben und Sprechen decken sich mit den Anforderungen des Fachlehrplanes, sodass die Vorbereitung dafür im regulären Französischunterricht stattfinden könne. Das Projekt laufe zunächst einmal zwei Jahre, dann wird entschieden, ob es in den Regelfall überführt wird.
Das DELF (Diplôme d’Etudes en Langue Française) ist ein vom französischen Staat verliehenes, weltweit anerkanntes Sprachzertifikat für Französisch als Fremdsprache. Es wurde speziell für Schüler entwickelt. Die Zielgruppe im Pilotprojekt sind Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 an Oberschulen und Gymnasien.

Döbelner Anzeiger
Jens Hoyer
09.12.2022

Copyright Fotos: Ambassade de France en Allemagne

Besuch in der französischen Botschaft Berlin

Zur großen Überraschung wurde das Lessing-Gymnasium Anfang Dezember in die französische Botschaft nach Berlin eingeladen. Anlass für diese Einladung war die Unterzeichnung des neuen DELF-intégré-Projektes zwischen Frankreich und Sachsen. So fuhren Frau Sturm, Frau Buschmann sowie Selina Pfitzner (Bundesfreiwilligendienst) am 8. Dezember 2022 voller Begeisterung und Vorfreude in die Hauptstadt, um an der feierlichen Vertragsunterzeichnung teilzunehmen.
Nach einer kurzen Begrüßungsrede des französischen Botschafters, Franšois Delattre, lobte der sächsische Kultusminister, Christian Piwarz, die gute Zusammenarbeit der acht DELF-Schulen Sachsens mit Frankreich. Seit einigen Jahren trägt auch unser LGD den Titel "DELF-Schule". DELF bedeutet ausgeschrieben "Dipl˘me d'études de langue franšaise" und meint ein international anerkanntes Sprachzertifikat für Französisch, das in mehreren Niveaustufen, beginnend bei A1, von Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 7-12 als Ergänzung zum Französischunterricht erworben werden kann. Dabei absolvieren die Lernenden freiwillig sowohl eine schriftliche Prüfung, in der die Fertigkeiten Lese- und Hörverstehen sowie Schreiben getestet werden, als auch eine mündliche Prüfung, wobei das Sprechen in der Fremdsprache im Vordergrund steht.
In seiner Rede betonte der Kultusminister die Wichtigkeit eines solchen Sprachzertifikates für Kinder und Jugendliche. Es ermögliche ihnen nicht nur, eine Verbesserung der fremdsprachlichen Kompetenzen, sondern zeuge ebenso von Weltoffenheit und interkultureller Kooperation. Zudem spiele es auch bei Bewerbungen eine immer größere Rolle, denn das Beherrschen von Fremdsprachen stelle mittlerweile ein zentrales Entscheidungskriterium dar. Umso bedeutender sei es daher, dass alle kostenlos ein solches Zertifikat ablegen können. Genau das soll der unterzeichnete Vertrag und das daran anknüpfende Projekt ermöglichen. Künftig erhalten alle Schülerinnen und Schüler die Chance, eine DELF-Prüfung entgeltfrei im Rahmen des Unterrichtes abzulegen. Eine mündliche Prüfung kann danach individuell ergänzend absolviert werden.
Abgerundet wurde die feierliche Veranstaltung schließlich mit einem kleinen Empfang sowie einer Besichtigung der Botschaft. Dort gab es nicht nur die interessante Architektur zu bestaunen, sondern auch eine Kopie des fast 60 Jahre alten deutsch-französischen Freundschaftsvertrages (Traité de l'Elysée). Vive l'amitié franco-allemande!
M. Buschmann