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03.12. Auf jüdischen Spuren in Berlin

Die Wahlgrundkurse „Jüdische Geschichte und Kultur“ besuchten die Hauptstadt.

Was uns - Schüler des Grundkurses Jüdische Geschichte und der Leistungskurse Geschichte der Sekundarstufe II - dazu veranlasste, am 17.11.2022 in eisiger Kälte sechs Uhr morgens am Döbelner Bahnhof zu stehen, war die Aussicht auf eine spannende Exkursion nach Berlin, in Begleitung von Frau Niekrawitz und Herrn Höhme.
Nach dem Umstieg in Riesa nahm ein froh gestimmter Teil unserer Gruppe versehentlich im ICE-Zugabteil der 1. Klasse Platz. Nach freundlicher Aufforderung des Fahrkartenkontrolleurs und einem Wechsel des Abteils, verlief die Zugfahrt zum Berliner Hauptbahnhof sehr entspannt und gut getimt.

In Berlin angekommen, besuchten wir zuerst das Jüdische Museum. Dieses ist eines der größten und modernsten Museen Europas. Die 11er erfuhren in einem Workshop zum Thema Antisemitismus eine Menge über dessen erstaunlich vielfältige Erscheinungsformen und seiner Entstehung in der Geschichte, sowie dessen Präsenz in der Gegenwart. Die 12er durften währenddessen einen Blick in das Archiv werfen und beschäftigten sich mit höchst interessanten Dokumenten aus der Zeit des Nationalsozialismus. Anschließend durften wir das Museum frei erkunden, dass mit seinen schrägen, einer Rampe gleichenden Gängen, dem ,,Garten des Exils“ und Vielfalt schon sehr beeindruckte. Neben der Dauerausstellung ,,Jüdische Geschichte und Gegenwart in Deutschland“, konnte man auch die Ausstellung ,,Inside Out“ des israelischen Autors Etgar Keret besuchen.
Nachdem wir uns im Museum reichlich gebildet und im Hauptbahnhof reichlich gegessen hatten, bezogen wir unsere Zimmer im A&O Hostel am Hauptbahnhof. Sieben Mann in jedem Zimmer, klang erst einmal besorgniserregend für einige, doch die Zimmer der Unterkunft waren gut ausgestattet und letztendlich hatte jeder ein Bett sowie einen guten Aufenthalt.
Um den Exkursionsabend feierlich ausklingen zu lassen, fuhren wir zum Friedrichstadtpalast, um uns die eindrucksvolle Varietéshow ,,ARISE“ anzusehen.

Am Morgen des 18.11. gab es in unserem Hostel zeitig Frühstück, da wir auf Anweisung von Frau Niekrawitz und Herrn Höhme pünktlich neun Uhr ausgecheckt und startklar sein mussten. Unser Ziel an diesem Vormittag war der Jüdische Friedhof in Weißensee, welcher seit 1880 besteht und mit 42 Hektar Fläche, der größte erhalte jüdische Friedhof Europas ist. Männer und Jungs müssen auf diesem Friedhof ihren Kopf bedecken, jedoch ist eine Kapuze ausreichend. Herr Höhme führte uns zu bedeutenden Grabmalen, unter anderem zu einem Grab, in welchem die Heilige Schrift der Jüdischen Gemeinde, die Tora, begraben ist sowie mächtige Mausoleen unter den Namen, Tietz, Jandorf, Aschrott, Rosenthal. Wir sahen das Grab des Schriftstellers Stefan Heym, der Eltern Kurt Tucholskys und die Gedenktafel der Herbert-Baum-Gruppe, welche unter der Führung Herbert Baums den Nationalsozialisten Widerstand leistete, jedoch von diesen ermordet wurde.

Das Fazit der Schüler zur Exkursion:
Die Wahl der Programmpunkte war abwechslungsreich und spannungsvoll, jedoch hätten sich einige Schüler mehr freie Zeit für die eigene Erkundung und Essensbesorgung in Berlin gewünscht. Die Fahrt nach Berlin und später zurück ins heimatliche Döbeln war gut organisiert und auch wenn es in der Berliner Innenstadt viel Konzentration und Eile benötigte, zusammenzubleiben und kein Mitglied an der Haltestelle der S-Bahn lassen zu müssen, funktionierte dies wunderbar. Das Museum begeisterte jeden. Und die Show war ,,richtig super“, da es für viele etwas Neues war und besonders die Zirkusnummern beeindruckten.
Bei der Besichtigung des Jüdischen Friedhofes gingen die Meinungen auseinander. Während die Frage aufkam, ob man die Totenruhe respektiere, wenn man eine Führung über den Friedhof mache, fanden die meisten den Rundgang durch die Monumente und alten Gräber informativ, verwunschen und - ziemlich kalt. Es hat sich jedoch gelohnt! Die Gruppe ist sich einig, wir haben viele Erfahrungen und Eindrücke einer Religion und Kultur erfahren und sagen: Danke, Frau Niekrawitz und Herr Höhme, für diesen schönen Ausflug nach Berlin.

Valerie Kilian, Sophie Gröger