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16.08. Abschied in aller Stille

Seit längerem wohnte Irene Seifert schon nicht mehr in Döbeln. Vergessen ist sie trotzdem nicht.

Zugegeben, die aktuelle Schülerschaft des LGD wird sie nicht mehr kennen. Wohl aber jene Eltern oder Großeltern, die hier vor 30, 40 oder 50 Jahren ihr Abi machten. Irene Seifert unterrichtete von 1955 bis 1993 an der Lessing-Schule die Fächer Geografie, Englisch und Latein. Sie war die Geo-Queen der Schule und prägte in dieser Eigenschaft zahlreiche Schülergenerationen.

Viele Lehrer der Erweiterten Lessing-Oberschule kamen und gingen. Sie gehörte zu einer kleinen Lehrergruppe, die ihr ganzes berufliches Leben in der DDR dieser Schule widmeten. Frau Seifert war eine strenge Lehrerin, ihre Ansprüche waren hoch. Das war gut so.

Einige Ehemalige werden sich noch daran erinnern, dass ihr Spitzname „Agathe“ war und sie oft mit Fräulein angesprochen wurde. Als sie Lehrerin wurde, galt es als normal, dass man, je nachdem ob verheiratet oder nicht, zwischen Frau und Fräulein unterschied. Eine solche Klassifizierung würde heute für Stirnrunzeln sorgen.

Nach dem Ende ihrer Berufslaufbahn zog Irene Seifert zurück ins geliebte Neustadt, dem Ort ihrer Kindheit an der Grenze zwischen Lausitzer Bergland und Elbsandsteingebirge. Hier starb sie am 21. April 2022 im Alter von 89 Jahren. Wir erinnern uns ihrer mit Dankbarkeit.

M. Höhme