28.09. Antrittsbesuch in Mittelengland

Lessing-Gymnasiasten reisen erstmals zur englischen Partnerschule und schauen sich bei Shakespeare und in Birmingham um

20 Schüler aus den zehnten Klassen des Lessing-Gymnasiums Döbeln haben in der vergangenen Woche den Kontakt zur neuen englischen Partnerschule des Gymnasiums in Tamworth in den englischen Middlands vertieft. Mit dem ersten Besuch der Döbelner in England geht der Schüleraustausch in die zweite Runde. Denn im Oktober vergangenen Jahres waren bereits 40 Schüler der „Landau Forte Academy“ in Döbeln zu Gast.

In Birmingham waren die Döbelner zu Besuch in Europas größter Bibliothek. Foto: B. Schlorke

„Künftig wollen wir immer in der vorletzten Woche vor den Oktoberferien unseren Schüleraustausch mit der ’Queen Elisabeth Middland School’ pflegen. Im nächsten Jahr kommen die Engländer zu uns. 2018 reisen unsere Zehntklässler nach Tamworth“, berichten Griseldis Riethmüller und Barbara Schlorke. Die beiden Englischlehrerinnen hatten die neue Schulpartnerschaft angeschoben und begleiteten die Döbelner Schüler ins Vereinte Königreich. Vor Ort waren sie in einer Pension untergebracht. Die Unterbringung in Gastfamilien, wie sie sonst bei Schüleraustauschen üblich ist, kommt wegen der strengen englischen Schulgesetze nicht in Frage. Das macht den Schüleraustausch mit England trotz der Unterstützung durch die Sächsische Bildungsagentur und den Schulförderverein nicht ganz preiswert.

Die Döbelner nahmen bereits am ersten Tag nach der Ankunft am Unterricht teil und stellten den englischen Mitschülern ihre vorbereiteten Sportprojekte, wie etwa den „Lauf mit Herz“ in Döbeln oder das Thema „Fußball in Deutschland“ vor. So brachten sie die deutsch lernenden Briten dazu, mehr deutsch zu sprechen.

An der „Landau Forte Academy“ in Tamworth in der Nähe von Birmingham lernen 800 Schüler zwischen elf und 16 Jahren. Die Gesamtschule führt mit der elften Klasse zum Realschulabschluss. Zehn Prozent der Schüler beginnen danach eine Ausbildung. 80 Prozent lernen weiter in der Oberstufe bis Klasse 13 für die Hochschulreife. Die Schule verfügt über eine Schwimmhalle, Theatersaal und eine eigene Schulküche, in der täglich frisch gekocht wird. Für Schüler aus sozial schwachen Familien trägt der Schulträger das Essen. Die 75 000 Einwohner-Stadt Tamworth und die Umgebung gehören zu den weniger wohlhabenden Gegenden im Königreich.

Auf dem Programm der Döbelner standen Exkursionen zur Kathedrale und zum Erasmus-Darwin Haus in Lichfield sowie nach Birmingham mit einem Besuch in Europas größter Bibliothek. In Stratford waren sie in Shakespeares Geburtshaus. Vor dem Rückflug am Freitag gab es am Donnerstag an der Partnerschule einen Abschlussabend. „Der Anfang ist gemacht. Jetzt hängt aber viel davon ab, ob die Eltern bei uns und in England die Reisekosten mittragen können“, so Griseldis Riethmüller.

Nachdem die von 1993 bis 2007 bestehende Schulpartnerschaft des LGD ins nordamerikanische Seattle eingestellt wurde, musste die Döbelner Schule einige Jahre ohne englischsprachige Partnerschule auskommen. 2013 trat der Glücksfall ein. Mit Rebecca Atherton kam eine junge Deutschlehrerin von der „Landau Forte Academy“ ans Lessing-Gymnasium. Sie versprach beim Abschied wiederzukommen und zwar mit einer größeren Schülergruppe. Sie hielt Wort. Das war im Oktober 2015. Jetzt reisten die Döbelner nach England. Schulpartnerschaften pflegt das LGD zudem mit Schulen in Usti und Vyskov, mit Unna und ins französische Evron.

Döbelner Allgemeine Zeitung
Thomas Sparrer
28.09.2016