26.09. Lebendige Schul- und Städtepartnerschaft

Chöre aus verschiedenen Ländern trafen sich im tschechischen Vyškov beim ZpivejFest. Mit dabei – die Chöre des Lessing-Gymnasiums Döbeln.

Am Montag, dem 12. September 2016, hieß es - Koffer packen und auf Reise gehen zu Freunden in die Partnerstadt von Döbeln, nach Vyškov. Im Bus saßen 38 Sänger und Sängerinnen des LGD, tatkräftig unterstützt von vier ehemaligen Schülern und dem Chorleiter Stefan Jänke. Nach langer Fahrt kamen wir im sonnigen Vyškov an, bezogen die Zimmer im Hotel Dukla am Rande der Stadt und hatten am Abend schon den ersten Termin. In einer Kirche sang der Chor von Vyškov und bot ein tolles Programm. Unser erster Auftritt sollte am Dienstag sein, dafür hatten wir fleißig geübt.

Der Tag begann mit einem offiziellen Treffen auf dem Marktplatz, zum Festival waren Chöre aus Ungarn, der Slowakei und aus Döbeln angereist. Jeder Chor erhielt einen Betreuer, der für alle Fragen der Organisation zuständig war. Unser Begleiter war David, ein Informatikstudent aus Brno, der sich ab und zu mit deutschen Sätzen versuchte, uns aber hauptsächlich in englischer Sprache betreute.
Unser Plan für den Dienstag sah einen ersten Besuch im Partnergymnasium vor, natürlich mit einem kleinen Konzert in der Aula. Um 10 füllte sich der Saal, wir waren aufgeregt. Willkommen -damit begrüßte der LGD-Chor seine Zuhörer und lud ein zu einer bunten musikalischen Reise. Iveta Hoferová führte durch das Programm. Nach 45 Minuten wurden wir mit Applaus belohnt, es hatte alles geklappt.
Fröhlich liefen wir zum Hotel zurück, konnten uns vor dem Mittagessen noch im Discounter nebenan mit Süßigkeiten und Getränken eindecken. Die Stärkung war wichtig, am Abend sollte unser erstes öffentliches Konzert sein. Dafür musste am Nachmittag noch zwei Stunden geprobt werden. Um 19 Uhr war es dann soweit - Konzert im „Besedni dum“. Zwei Lieder dirigierte Richard Wintsche, unser „Junior“-Chorleiter.
Am Abend wurde es den flotten Tänzern in unserem Chor noch einmal richtig warm, die Disco im Hotel war laut und lustig

Gleich am Mittwoch, 10.30 Uhr, standen wir wieder vor Publikum, der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Im „Sokolsky dum“, auf großer Bühne, sangen wir zum dritten Mal. Nach 60 Minuten war es geschafft.
Der Nachmittag führte uns in die Stiefmutterschlucht, in die Macochahöhlen. Wir bestaunten die vielen Tropfsteine, mächtige Stalagmiten und Stalaktiten. An einer Schlucht erfuhren wir von der bösen Stiefmutter, die ihren kleinen Stiefsohn in den Wald zur Beerensuche lockte, um ihn zu Gunsten ihres eigenen Sohnes zu beseitigen. Der in die Schlucht gestoßene Knabe überlebte. Als man im Dorf erfuhr, was geschehen war, stürzte sich die Stiefmutter selbst in den Abgrund. Zum Ausgang brachten uns Boote, oft mussten wir die Köpfe einziehen, so eng und niedrig waren die Felsgänge.
Wohlbehalten kamen alle wieder ans Tageslicht, froh, dass hier noch der Spätsommer seine Wärme auf die Erde schickte, in der Schlucht waren es nur 8 Grad.
Der Donnerstag führte uns wieder ins Partnergymnasium. In fünf Gruppen ging es in den Unterricht, wenn die deutschen Vokabeln fehlten, verständigten wir uns auf Englisch. Jede Gruppe entdeckte auf eigene Weise das Haus und nahm am Unterricht teil. 11.30 Uhr verabschiedeten wir uns mit einem Kanon im Treppenhaus. Am Nachmittag war ein Workshop aller Chöre geplant. Für die Abschlussveranstaltung am Freitag sollte ein Lied einstudiert werden, das dann alle gemeinsam singen. Die ungarischen Chorleiter schafften es, dass alle Chöre in kurzer Zeit das Lied beherrschten, so viele Sänger, so viel Musik, toll.

Die Zeit verging wie im Flug, am Freitag hieß es für einige schon zeitig Koffer packen, die ersten Zimmer sollten bereits 08.00 Uhr frei sein. Wir hatten am Freitag noch den Dinopark und den Zoo in unserem Programm.
David, unser Guide, eilte mit uns quer durch die Stadt zum Abfahrtsort des „Dinoexpress“- Zuges. Nach einigem Warten entschädigte uns die Fahrt, mit 50 km/h fuhren wir durch die Stadt hinaus zum Dinopark. Am besten gefiel das Fahrradfahren in luftiger Höhe, das Dinobike, Preis 50 Kronen (ca. 2,00 €). Einige radelten gleich dreimal die Runde. Nach einer Stunde hatten wir alle Dinosaurier gesehen und fuhren mit dem „Dinoexpress“ zum Zoo zurück. Wer wollte, bestaunte die Tiere, wer keine Lust hatte, suchte ein schattiges Plätzchen und ruhte sich aus.
Nach dem Mittagessen und etwas Freizeit hieß es - Chorkleidung anziehen und zum Marktplatz laufen. Das Abschlusskonzert begann 17 Uhr, jeder Chor sang 2-3 Lieder, am Ende verabschiedeten sich alle Sänger mit einem gemeinsamen Lied aus Vyškov. Nun schnell ins Hotel zurück, Abendbrot, Koffer und Taschen zum Bus bringen und verabschieden.
Eine schöne Musikwoche ging zu Ende. Wir bedanken uns bei unseren Gastgebern in Vyškov und den Chorleitern Stefan Jänke und Richard Wintsche.
Auf Wiedersehen in Vyškov 2018? Schön wäre das allemal.

Katrin Berge