16.10. Der Beginn einer Freundschaft

Es sehr schwierig, Partnerschulen im englischsprachigen Raum zu finden. Dem Gymnasium ist es jetzt gelungen.

Es war keine gewollte Abstinenz. Ein paar Jahre lang hat das Lessing-Gymnasium nun schon ohne Partnerschule im englischsprachigen Raum auskommen müssen. Kein schöner Zustand für die Europaschule, die auf die englische Sprache ausgerichtet ist, an der Schüler das Cambridge-Sprachzertifikat ablegen können und in der bilingualer Unterricht angeboten wird – dabei werden auch andere Fächer als Englisch in englischer Sprache unterrichtet. „Es ist total schwierig, Partnerschulen zu finden. Alle deutschen Schulen wollen Partner in England haben. Aber die Engländer nicht unbedingt Schulen in Deutschland“, sagte Schulleiter Michael Höhme. Aber jetzt hat es endlich geklappt. Gestern ist Rebecca Atherton, eine junge Deutschlehrerin, wieder zurück in ihre Heimat geflogen. Sie war seit vergangener Woche als „Botschafterin“ der Landau Forte Academy im englischen Tamworth in Döbeln. „Ohne Zweifel komme ich zurück“, sagte sie. Und zwar in einem Jahr mit einer Gruppe von etwa 30 Schülern ihrer Schule.

Die englische Deutschlehrerin Rebecca Atherton (Mitte) hat die Beziehungen der Landau Forte Academy im englischen Tamworth mit dem Lessing-Gymnasium geknüpft. Am Montag ist sie von ihren deutschen Kolleginnen Anne Voigtländer (von links), Griseldis Riethmüller, Kirsten Völzke und Barbara Schlorke verabschiedet worden. Foto: Dietmar Thomas

Viele Jahre hatte das Lessing-Gymnasium eine Partnerschaft zu einer Schule im amerikanischen Seattle unterhalten. Dann ging dort der Deutschlehrer in Ruhestand und mit ihm die Beziehung. Eine Partnerschaft zu einer englischen Schule war vor zwei Jahren schon im Keim erstickt. Der Schule wurde der Etat zusammengestrichen. Die Finanzen sind nur ein Grund, warum es schwierig ist, eine Partnerschaft mit England aufzubauen. Ein zweiter sind die ziemlich rigiden Bestimmungen der Briten. Die englischen Schüler dürfen zum Beispiel nicht bei Gastfamilien wohnen, wie es normalerweise bei solchen Reisen üblich ist. „Wir werden sie im Töpelwinkel unterbringen“, sagte Englischlehrerin Griseldis Riethmüller.

Mit Frankreich läuft der Austausch reibungslos. In der vergangenen Woche sind gerade wieder 28 Döbelner Schüler für elf Tage nach Evron gefahren. Sie nahmen an der Partnerschule am Französischunterricht teil, wurden vom stellvertretenden Bürgermeister der Stadt empfangen, besichtigten die Stadt samt Basilika und spielten Tischtennis gegen die Partnerschüler. Sprachkompetenz war am Wochenende gefragt, als die Schüler bei ihren Gastfamilien blieben. „Das bedeutete zwingend die Anwendung unserer Französischkenntnisse, denn es war kein Lehrer da, der beim Übersetzen helfen konnte“, schreibt Schülerin Odette Müller per E-Mail aus Evron.

Über viele Jahre hatte das Gymnasium auch eine Partnerschaft mit einer Schule in Moskau gepflegt. Russisch ist neben Französisch zweite Fremdsprache an der Schule. Mit Russland sei aber derzeit kein weiterer Austausch geplant, sagte Schulleiter Höhme. „Das ist sehr aufwendig, mit Visum und vielen Auflagen. Das bedeutet einen großen Arbeitsaufwand.“

Neu sind die Partnerschaften mit Tschechien, die auf den Europa-Gedanken ausgerichtet sind. Das Gymnasium hat im vorigen Jahr eine Partnerschaft mit einer Schule in Usti vereinbart. „Man ist in eineinhalb Stunden dort“, meint Höhme. Arbeitssprache ist Englisch, aber viele Tschechen können Deutsch. Auch mit dem Gymnasium in der Partnerstadt Vyskov will das Gymnasium die Zusammenarbeit ausbauen.

Die Engländer haben es nicht so mit den Fremdsprachen, erzählte Rebecca Atherton. „Die gehen davon aus, dass überall auf der Welt Englisch gesprochen wird.“ An ihrer Schule lernen aber alle Schüler bis zur 9. Klasse Deutsch – und danach weiter, wenn sie wollen. „Ich liebe Deutschland“, schwärmte die junge Lehrerin. Jetzt hat sie auch ein positives Bild von Sachsen. Sie besuchte mit ihren Gastgebern das Völkerschlachtdenkmal und die Augustusburg, hat sich Leisnig und Döbeln angeschaut. Und sie war in Leipzig beim Konzert von Peter Gabriel – einem Engländer.

Döbelner Anzeiger
Jens Hoyer
16.10.2013

Neuer Anlauf für Schüleraustausch mit England

Deutschlehrerin aus den englischen Midlands auf einwöchiger Erkundungstour in Döbeln - Partnerschaft mit dem LGD geplant

Eine neue Schulpartnerschaft mit einer englischen Schule bahnt das Lessing-Gymnasiums Döbeln gerade an. Die zehn Englischlehrer des Gymnasiums hatten bis gestern sechs Tage lang eine Kollegin aus Tamworth in Döbeln zu Gast. Mit den Eindrücken aus Döbeln soll sie nun an ihrer Schule für die neue Partnerschaft werben.
"Unsere Gegend hat landschaftlich und kulturell Vielfältiges zu bieten. Die Städte Leipzig und Dresden sind immer wieder eine Reise wert. Davon konnten wir auch die englische Lehrerin Rebecca Atherton überzeugen, die in der vergangenen Woche zu einem ersten persönlichen Treffen bei uns weilte", schildert Barbara Schlorke, Englischlehrerin am Gymnasium. Rebecca Atherton unterrichtet Deutsch und Französisch an der Landau Forte Academy in Tamworth. Seit einem Jahr existiert der Kontakt nach Döbeln. Eingefädelt hat ihn die Regionale Bildungsagentur Chemnitz, die mit der Region Staffordshire in England seit Jahren einen regen Austausch pflegt.
Nach dem Besuch der englischen Kollegin in Döbeln soll vielleicht schon in einem Jahr der erste Besuch einer englischen Schülergruppe folgen. Rebecca Atherton möchte nach ihrer Rückkehr ihre Schülerinnen und Schüler neugierig auf das Lessing-Gymnasium und Döbelns Umgebung machen.
"Meine Schüler sind jetzt schon sehr gespannt darauf, was ich ihnen erzählen werde", sagt Rebecca Atherton. "Die geplante Reise nach Döbeln soll sie motivieren, die deutsche Sprache intensiver zu lernen. Wir Engländer sind eher zu bequem, eine Fremdsprache zu lernen, weil die ganze Welt unsere Sprache spricht", ergänzte sie mit einem Augenzwinkern.
Zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen des Englischteams am Lessing-Gymnaisum besuchte Rebecca Atherton Döbeln und Umgebung, nahm an der Exkursion der Klasse 8b zum Völkerschlachtdenkmal teil, erkundete am Wochenende Dresden und Meißen, hospitierte im Englisch- und Deutschunterricht und hatte ein Gespräch mit Schulleiter Michael Höhme über die weitere Entwicklung der Partnerschaft zwischen beiden Schulen.
Die Landau Forte Academy befindet sich der Nähe der bedeutenden Stadt Birmingham und dem geschichtsträchtigen Nottingham. Diese Region in den Midlands ist für die Döbelner ebenso interessant wie die sächsische Region für die englischen Gastschüler. Bereits vor zwei Jahren war eine Schulpartnerschaft des LGD mit dem Higham Ferrers Specialist Arts College in Midlands gestartet. Es blieb bei einem Besuch von Döbelner Zehntklässlern, weil das Fach Deutsch an dieser Schule wieder eingestellt wurden. Nun startet ein neuer hoffnungsvoller Versuch.

Döbelner Allgemeine Zeitung
Thomas Sparrer
16.10.2013

Hintergrund

  • Schulische Partnerschaften pflegt das Lessing-Gymnasium Döbeln aktuell mit dem Geschwister-Scholl-Gymnasium Unna und dem Sacré-Coeur-Collège in Evron/Frankreich, wo gerade Döbelner Schüler zum Schüleraustausch weilen.
  • Seit diesem Jahr ist auch eine Partnerschaft mit einer Schule im tschechischen Usti gestartet.
  • Seit 2010 trägt das Lessing-Gymnasium Döbeln als erste Schule im Freistaat den Titel "Europaschule in Sachsen". Nicht zuletzt beruht die Auszeichnung auf einer europäischen und weltoffenen Ausrichtung der Schule in Verbindung mit ihrem Sprachangebot.

Neugierig auf Sachsen ?

LGD empfängt Besuch von der Landau Forte Academy in Tamworth

Unsere Gegend hat landschaftlich und kulturell Vielfältiges zu bieten. Die Städte Leipzig und Dresden sind immer wieder eine Reise wert.

Davon ist auch die englische Lehrerin Rebecca Atherton überzeugt, die in der vergangenen Woche zu einem ersten persönlichen Treffen bei uns weilte. Sie unterrichtet Deutsch und Französisch an der Landau Forte Academy in Tamworth, mit der unsere Schule seit einem Jahr in Kontakt steht. Bisher bezog sich dieser nur auf Brief-und E-Mail-Austausch und auf Videokonferenzen. Nun soll bald der Besuch einer englischen Schülergruppe folgen. Rebecca Atherton möchte nach ihrer Rückkehr ihre Schülerinnen und Schüler neugierig auf unsere Schule und unsere Umgebung machen.

„Meine Schüler sind jetzt schon sehr gespannt darauf, was ich ihnen erzählen werde“, so R. Atherton. „Die geplante Reise nach Döbeln soll sie motivieren, die deutsche Sprache intensiver zu lernen. Wir Engländer sind eher zu bequem eine Fremdsprache zu lernen, weil die ganze Welt unsere Sprache spricht“, ergänzte sie mit einem Augenzwinkern.

Zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen des Englischteams besuchte Rebecca Atherton Döbeln und Umgebung, nahm an der Exkursion der Klasse 8b zum Völkerschlachtdenkmal teil, erkundete am Wochenende Dresden und Meißen, hospitierte im Englisch- und Deutschunterricht und war zu einem Gespräch mit dem Schulleiter Herrn Höhme und der Fachleiterin für den sprachlichen Bereich Frau Richter über die weitere Entwicklung der Partnerschaft zwischen unseren beiden Schulen eingeladen.

Die Landau Forte Academy befindet sich der Nähe der bedeutenden Stadt Birmingham und dem geschichtsträchtigen Nottingham. Diese Region in den Midlands liefert seinen Besuchern ebenso viele und interessante Eindrücke wie die sächsische Region es bietet. Künftige Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Schüleraustausch mit England werden sich darauf freuen können.

Barbara Schlorke