21.03. LGD wird eine "Smart School"

Die Schule wird für ihre Arbeit mit den neuen Medien ausgezeichnet

Das Lessing-Gymnasium gehört zu den Vorreitern bei der Anwendung der neuen Medien im Schulalltag. Die Schule ist die einzige in Mitteldeutschland, die von Bitkom – dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien – als sogenannte „Smart School“ ausgezeichnet wird. „Darauf können wir stolz sein“, sagte Fachleiterin Ursula Kührig, die mit ihrem Kollegen Tommy Greim die Bewerbung für den Wettbewerb erarbeitet hatte. 16 Schulen im Bundesgebiet werden den Titel in diesem Jahr erhalten.

Das Lessing-Gymnasium ist die einzige Schule im Osten, neben einem Gymnasium in Berlin. Für Ursula Kührig ist das bezeichnend. „Es fehlt die finanzielle Förderung für die technische Ausstattung an den Schulen. Die Träger können das gar nicht leisten. Das sächsische Kultusministerium hat keine Programme für Fördermittel, um die Schulen auszurüsten.“

Das Lessing-Gymnasium habe da mit der Stadt Döbeln als Träger großes Glück. Dieser hatte viel Geld in die technische Ausstattung gesteckt. Fast alle Klassenräume sind mit sogenannten Smartboards statt der alten Tafeln ausgerüstet. Zudem verfügt die Schule neben den Computerkabinetten über 32 Tabletcomputer, die für Projekte im Unterricht verwendet werden. Im Gymnasium gibt es auch WLAN für den kabellosen Zugang zum Internet. „Da haben wir bei uns schon einen Idealzustand“, so Ursula Kührig.

Die Technik muss auch verwendet werden. „Wir trainieren die Schüler darauf, was sie später im Berufs- und Studienalltag erwartet“, sagte Ursula Kührig. Die Schüler recherchieren im Internet und zeigen ihre Präsentationen per Computer an den interaktiven Tafeln. Im Deutschunterricht werden Filme analysiert, und auch Aspekte der sogenannten Inklusion, der Einbindung behinderter Schüler, werden berücksichtigt. „Schüler, die nicht so gut schreiben können, bekommen ihre Arbeitsblätter per Speicherstick auf ein Netbook“, sagte Ursula Kührig.

Ein wichtiger Aspekt sei auch die Weiterbildung der Lehrer. „Die Verwendung der neuen Medien muss Alltag für die Kollegen werden. Wenn sie unsicher sind, dann werden sie das auch nicht nutzen“, so Kührig. Vier Lehrer am Gymnasium bilden ihre Kollegen weiter. „Für die neuen Referendare am Gymnasium biete ich immer gleich eine Fortbildung zur Bedienung der interaktiven Tafeln an“, sagte Ursula Kührig.

Bitkom hatte bei der Bildungskonferenz in Berlin die ausgezeichneten Schulen verkündet, die Auszeichnungsveranstaltung ist für Ende Juni vorgesehen. Dann geht die Arbeit für die Schulen erst richtig los. Sie sollen sich vernetzen und in den gegenseitigen Erfahrungsaustausch treten. „Wir sind gespannt, wie das weitergeht“, sagte Ursula Kührig.

Jens Hoyer
Döbelner Anzeiger
21.03.2018

Ausschnitt aus MDR aktuell vom 19. März 2018