DaZ-Klasse

Flüchtlingskinder erzählen Geschichten

Erzählprojekt des Lessing-Gymnasiums begeistert und erschüttert gleichermaßen

In der voll besetzten Aula des Lessing-Gymnasiums hätte man gestern eine Stecknadel zu Boden fallen hören können. Angespannt lauschten die Schüler- und Kurssprecher sowie zahlreiche Gäste, wie Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer, den Geschichten von 24 Jungen und Mädchen der DAZ-Klasse am Gymnasium. Seit knapp einem Jahr gibt es diese Klasse, in der Flüchtlingskindern zwischen zehn und 16 Jahren Deutsch als Zweitsprache gelehrt wird. Sie haben im Spätherbst in einem Erzählprojekt des Deutschen Übersetzerfonds ihre Geschichten in ihrer Muttersprache und auf Deutsch aufgeschrieben. Übersetzer halfen den Kindern aus zwölf Nationen und mit elf verschiedenen Muttersprachen dabei. Bevor die Geschichten nun in einem Buch erscheinen, stellten die Kinder der DAZ-Klasse von Lehrer Andre Krauß gestern Nachmittag den Schülern am Lessing-Gymnasium ihre Erzählungen vor. Schüler, allen voran die Schülergruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ kümmern sich um die Integration der Flüchtlingskinder. „Wir haben gemeinsam gekocht, das Stadtmuseum und das Stadtbad besucht, Sport getrieben und viel Deutsch gelernt“, schildert Schulleiter Michael Höhme. Dass die Integration der Kinder nahezu problemlos verlief, führt der Schulleiter auf weltoffene und empathiefähige Schüler, engagierte Lehrer und viel Unterstützung, etwa von Seiten der Bildungsagentur, vom Schulträger Stadt Döbeln oder auch durch eine Spende vom Gut Haferkorn zurück.

Ahmed berichtet von seiner Heimat Somalia (l.). Abdulrahman (m.) aus Äthiopien träumt von einer Welt ohne Hunger. Zahra (r.) aus Afghanistan schwärmt vom Leben ohne Krieg und Armut in Deutschland. Foto: Sven Bartsch

Das Erzählprojekt „In zwei Sprachen zuhause“ kam dank einer ehemaligen Schülerin zustande. Die freischaffende Literaturübersetzerin Juliane Hummitzsch hatte 2002 ihr Abitur am Lessing-Gymnasium absolviert und brachte das Erzählprojekt an ihre alte Penne.

Der 14-jährige Yousef aus Syrien begrüßte die Zuhörer, bevor View (13) aus Thailand als erste ihre selbst erfundene Geschichte von einer einbeinigen Ente in noch ein wenig holprigem, aber bereits einigermaßen verständlichem Deutsch las. Für Maria Hummitzsch war das der richtige Einstieg: „Stellen sie sich vor, sie müssten diese Geschichte nach kaum einem halben Jahr Sprache lernen heute vor thailändischen Zuhörern vorlesen. Wie weit ist der Weg, bis man in zwei Sprachen zuhause ist“, fragte sie die Schüler, die ja alle zwei Fremdsprachen lernen. Dass Erzählprojekt in Deutsch und der Muttersprache der Kinder sollte ihnen die deutsche Sprache näher bringen und gleichzeitig die Achtung vor der eigenen Muttersprache zeigen.

Neben frei erfundenen Geschichten, wie der von der einbeinigen Ente, sind es vor allem autobiografische Erzählungen der Kinder, welche die Zuhörer fesselten. Ahmed stellt seine Heimat Somalia vor, die er vermisst. Die 16-jährige Raneem schwärmt vom Libanon. Abdulrahman (16) aus Äthiopien berichtet vom Hunger und Zahra aus Afghanistan vom Krieg, der Kinder davon abhält in die Schule zu gehen. Precious (16) aus Nigeria schrieb seine Geschichte von einem Blinden, der in einer Welt ohne Farben lebt, auf spanisch und trägt sie in fast perfektem Deutsch vor. Rani (10) berichtet von der schönen Zeit mit der Familie in der syrischen Heimat. Doch als die Bomber flogen, organisierte der Vater die Flucht aus der Heimat. „Drei Jahre lebten wir in Libyen, bis uns der Krieg dort einholte. Dann sind wir in die Todesboote nach Italien gestiegen, um dem Krieg zu entkommen. Ich danke Gott für unser neues Leben in Frieden, meinem Vater für den Mut und allen Menschen in Deutschland, die uns aufgenommen haben“, so die Zehnjährige.

Döbelner Allgemeine Zeitung
Thomas Sparrer
01.02.2017

Kommentar

Offenheit beginnt mit einem Lächeln
von Thomas Sparrer

Wie schön es ist, sich verstanden zu fühlen. Das durften gestern die 24 Kinder erleben, die am Lessing-Gymnasium in einer Spezialklasse Deutsch lernen. In einem Erzählprojekt konnten sie ihre Geschichten aufschreiben. Neun Übersetzer halfen ihnen dabei und bestärkten sie, ihre Muttersprache zu lieben und Deutsch zu lernen. Denn es ist ein Geschenk, mehrere Sprachen zu können. Jeder Schüler am Lessing-Gymnasium weiß, wie mühselig es ist, eine Fremdsprache zu lernen. Deshalb bekamen die Flüchtlingskinder gestern ein Höchstmaß an Respekt und Aufmerksamkeit , die nach ein paar Monaten Deutschlernen ihre Geschichten in der voll besetzten Aula auf deutsch erzählten. Die Geschichten der Kinder zeigten, dass kein Mensch einfach so seine Heimat verlässt und in ein fremdes Land flüchtet, wo er von niemanden verstanden wird. Dafür gibt es meist triftige Gründe.

Das Lessing-Gymnasium hat vor einem knappen Jahr nicht lange gefackelt und mit der Deutschklasse für die ersten sieben Flüchtlingskinder begonnen. 24 sind es mittlerweile und um diese Kinder herum versucht die Schule ein Netzwerk aus Schülern aufzubauen, das die Jungen und Mädchen einbezieht. Integration ist Dialog und gemeinsames Tun. Die Kinder mühen sich, unsere schwere Sprache samt ihrer Grammatik zu lernen. Aber selbst wenn es mit gemeinsamer Sprache noch nicht klappt, gibt es Mimik und Gestik, gibt es Offenheit und ein Lächeln, das ermutigt. Wer von Integration redet, sollte in seinem Alltag mal mit einem freundlichen Lächeln für Fremde anfangen.

 

Fotos: Tommy Greim

X-MAS-Party mit Spiel und Spaß

Schülerrat und Projektgruppe „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ luden in die Mensa ein

Am Ende des Jahres sollte es noch eine Gemeinschaftsaktion geben. Deshalb waren alle Schülerinnen und Schüler des LGD zu einer kleinen Weihnachtsparty in die Mensa eingeladen. Der Schülerrat mit Frau Gasse und die Projektgruppe „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ mit Herrn Greim hatten sich einiges einfallen lassen, damit es den Gästen nicht langweilig wurde. Den Auftakt des Programms machten die Schüler der DaZ-Klasse, die gemeinsam mit ihrem Lehrer, Herrn Krauß, und zwei Leipziger Musikern Lieder einstudiert hatten, die nun zum Vortrag kamen. Die Zuhörer waren begeistert und honorierten den Gesang mit Beifall. Im Anschluss hatten Mädels der „Döbelner Dance Company“ ihren Auftritt. Zwei Tänze mit einer weihnachtlichen Choreografie zeigten, dass Döbeln nicht ohne Grund als „Tanz-Mekka“ Sachsens gilt.

Zu einer gelungenen Weihnachtsfeier gehört natürlich auch Kulinarisches. Hinter dem Tresen der Mensa gab es allerlei Leckeres. Im Schulclub warteten verschiedene Bastelstationen, die die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen in ihren Bann zogen. Hier wurden aus Reis und weißen Socken Schneemänner hergestellt und aus Nudeln und Glitzerleim Tannenbaumschmuck. Wem das gleich ein bisschen viel Weihnachten war, der konnte auch einfach Spaß an den beiden Kickertischen haben. Zwischen den einzelnen Programmpunkten und Aktivitäten nutzen viele Schüler die Möglichkeit, sich auf einem großen LGD-Wunschzettel zu verewigen. Hoffen wir, dass viele der Wünsche in Erfüllung gehen.

Michael Höhme, 19.12.2016

Flüchtlingskinder schreiben Geschichten

Literatur-Übersetzerin Maria Hummitzsch und weitere ehemalige Schüler starten Erzählprojekt in Döbeln

24 Kinder mit zwölf unterschiedlichen Nationalitäten und elf unterschiedlichen Muttersprachen schreiben am Lessing-Gymnasium Döbeln in dieser Woche ihre Geschichten auf. Sie erzählen von ihrer Flucht, ihrem Leben und ihrer Sehnsucht nach der Heimat oder sie schreiben eigene Erzählungen, etwa von einem einbeinigen Huhn.

Im Auftrag des Deutschen Übersetzerfonds und mit finanzieller Unterstützung des Berliner Kultursenats hat Maria Hummitzsch ein Konzept für das Erzählprojekt erarbeitet. Ihr Wunsch war es, dass das Projekt neben Köln, Stuttgart oder Berlin auch in einer kleineren Stadt stattfindet. Die freischaffende Übersetzerin aus dem Englischen und Portugiesischen leitet seit Montag das einwöchige Erzählprojekt am Döbelner Lessing-Gymnasium. Sie kehrt damit an ihre alte Penne zurück, wo die aus Ziegra stammende junge Frau 2002 ihr Abitur bekam, um danach in Leipzig, Lissabon und Florianópolis (Brasilien) Übersetzung, Psychologie und Afrikanistik zu studieren. Neben der Hallenser Autorin und Geschichtenerzählerin Juliane Blech hat sie zu diesem Workshop Tom Heinich mitgebracht, der 2001 sein Abi in Döbeln schrieb, und Thomas Pönitz, der am LGD und am Beruflichen Schulzentrum Döbeln die Hochschulreife erwarb.

Literaturübersetzerin Maria Hummitzsch, Tom Heinich, Autorin Juliane Blech und DAZ-Lehrer André Krauß (v.l.) beim Erzählprojekt in der Aula des Gymnasiums.Foto: Sven Bartsch

Gemeinsam mit Lehrer André Krauß beschäftigen sie sich in diesem Workshop mit den 24 Kindern, die André Krauß sonst allein in der DAZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) am Lessing-Gymnasium unterrichtet. Die Kinder im Alter von zehn bis 17 Jahren sprechen Rumänisch, Bulgarisch, Polnisch, Portugiesisch, Englisch, Albanisch, Arabisch, Dari, Oromo, Tschetschenisch und Thailändisch. 16 der Kinder haben Fluchterfahrungen. Allesamt sind sie trotz der Unterschiede bei Alter, Sprache und Herkunft eine Gemeinschaft, die begeistert Deutsch lernt und ihre Geschichten aufschreibt.

Ein Mädchen aus dem Libanon übergibt André Krauß stolz eine acht Seiten lange Geschichte über ihre Heimat, in die sie irgendwann zurückkehren möchte. Ein junger Syrer beschreibt die Hauptstadt Damaskus als Paris des Orients und als seinen Sehnsuchtsort. Maria Hummitzsch ermuntert die Kinder in ihrer Muttersprache zu schreiben. „Sie sollen zwar Deutsch lernen doch dabei ihre Muttersprache nicht vergessen. Ihre Sprache ist ihre Identität und es ist ein Geschenk, wenn man mehrere Sprachen kann“, sagt die 34-Jährige, die selbst neben ihrer Muttersprache Englisch und Portugiesisch spricht.

„Doch was ist meine Muttersprache“, fragt der 15-jährige Junge aus Nigeria traurig. „Eigentlich Edo. Doch Edo kann er nicht schreiben. Englisch hat er in der Schule gelernt. Aber die Geschichte wollte er lieber auf Deutsch oder Spanisch aufschreiben“, schildert Maria Hummitzsch. Bevor er nach Deutschland gekommen sei, habe er ein paar Jahre bei Verwandten in Spanien gelebt. „Was für eine Sprachen-Biografie“, ist die Übersetzerin begeistert. Insgesamt zehn Dolmetscher hat sie für das Döbelner Erzählprojekt gewonnen und im Hotel Döbelner Hof untergebracht. Heute reisen sie an und werden mit den Kindern gemeinsam ihre Geschichten in der Muttersprache und in Deutsch erarbeiten. Für Thailändisch bekam sie kurzfristig noch eine Zusage. Der Junge aus Äthiopien spricht allerdings nicht Amharisch, sondern Oromo. Einem entsprechenden Übersetzer wird sie seine Zeilen schicken.

Gegen Ende des ersten Projekttages haben alle Kinder begonnen zu schreiben. Manche nur ein paar Sätze, manche gleich mehrere Seiten. Das Thema steht ihnen frei. „Wer Krieg erlebt hat und seine Familie vermisst, hat keine Lust auf Märchen“, schreibt Maria Hummitzsch beeindruckt in ihrem Internetblog. Die Geschichten der Kinder sollen nach dem Ende der Projekte jeweils in Deutsch und ihrer Muttersprache in einem Buch gedruckt werden. Gemeinsam mit der Schülergruppe „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ soll es am Lessing-Gymnasium Lesungen geben.

Döbelner Allgemeine Zeitung
Thomas Sparrer
30.11.2016


Deutsch lernen anders herum

In der DaZ-Klasse im Gymnasium lernen Schüler auf sehr unterschiedlichem Niveau. Ein Projekt soll ihnen helfen.

Ein Mädchen hat aufgeschrieben, wie schön Damaskus vor der Zerstörung war. Andere haben sich Tiergeschichten ausgedacht. Ein 15-jähriger Schüler aus Nigeria hat einen Text über einen blinden Jungen geschrieben. „Eine Welt ohne Farben“ hat er sie genannt und jetzt sitzt er mitten in der Aula an einem Tisch und übersetzt sie ins Deutsche. Aus dem Spanischen, denn Spanien war eine Etappe auf der Flucht aus der Unruheregion in Afrika, die der Junge ohne seine Eltern angetreten hat. In Deutschland lebt er bei Pflegeeltern und er besucht mit 23 anderen Schülern vieler Nationen die DAZ-Klasse im Lessing-Gymnasium. DaZ steht für „Deutsch als Zweitsprache“.

Maria Hummitzsch hilft dem Schüler beim Übersetzen. Gerade erklärt sie ihm Sonnenauf- und Sonnenuntergang. Sie ist Übersetzerin von Beruf und sie hat das Projekt am Lessing-Gymnasium organisiert, bei dem es um die deutsche Sprache geht, aber mal ganz anders. Die Kinder schreiben Geschichten in ihrer Muttersprache und professionelle Übersetzer helfen ihnen, die Texte zu übertragen. Das sei ein ganz anderer Ansatz und trotzdem ein sehr intensives Auseinandersetzen mit der deutschen Sprache, erklärt die Leipzigerin, die in Döbeln selbst das Gymnasium besuchte. „Man merkt den Schülern an, dass es für sie ungewohnt ist, in ihrer Muttersprache schreiben zu dürfen. Aber sie blühen richtig auf.“ „In zwei Sprachen zu Hause“ heißt das Projekt des Deutschen Übersetzerfonds. Schulleiter Michael Höhme sei gleich begeistert gewesen und habe es unterstützt, erzählt Hummitzsch.

Die Dolmetscherin Maria Hummitzsch übersetzt mit einem aus Nigeria geflüchteten Schüler eine Geschichte, die dieser geschrieben hat. Acht weitere Übersetzer machen bei dem einwöchigen Projekt mit, bei dem die Schüler der DaZ-Klasse Geschichten in ihrer Muttersprache schreiben können. André Braun

Auch André Krauß freut sich über die Hilfe. Er betreut die DAZ-Klasse, die im April dieses Jahres am Gymnasium etabliert wurde. 24 Schüler, die elf Sprachen sprechen, und nur ein Lehrer. Manchmal fühle er sich überfordert, sagt Krauß. In dem Projekt stehen ihm plötzlich eine Menge Hilfskräfte zu Verfügung, die sich intensiv mit den Schülern beschäftigen. Maria Hummitzsch, die Übersetzerin für Spanisch und Englisch ist, hat sieben weitere Kollegen aktiviert. Übersetzer für Arabisch und Thailändisch, Rumänisch und Bulgarisch. Nur für die afrikanischen Sprachen Oromo und Somali habe sie niemanden finden können. Die Texte dieser Schüler werden im Nachhinein noch übersetzt, sagt sie.

Die Voraussetzungen der Schüler seien sehr unterschiedlich. Einige haben einen sehr guten Stand, sprechen mehrerer Sprachen, sind sehr fit in der Schule. Der 15-jährige Nigerianer wird wahrscheinlich das Gymnasium besuchen können. Auf der anderen Seite stehen Kinder und Jugendliche mit abgeschnittenen Bildungsbiografien. Ein Junge aus dem syrischen Bergland habe praktisch keine Schule besuchen können und kann nicht schreiben. Ein kleines Mädchen aus Syrien hatte längere Zeit die Schule unterbrochen. „Aber die größeren Jungs kümmern sich um sie. Das klappt sehr gut“, sagt Maria Hummitzsch.

Manche Kinder sind schon zwei Jahre da, einige erst wenige Wochen. 24 Schüler auf unterschiedlichem Niveau in einer Klasse – Krauß muss daraus das Beste machen. Je nachdem, wie fit sie sind, gehen Schüler auch schon in Regelklassen stundenweise in den Unterricht. Oft wird auch in kleineren Gruppen gearbeitet, was den Unterricht entspannt, erzählt er. So gehen Schüler zum Lesen in die Schulbibliothek und werden dort von der Bibliothekarin betreut. „In der ersten und letzten Stunde versuchen wir immer etwas Gemeinsames zu machen“, erzählt der Lehrer. Da wird dann schon mal mit dem Nutella-Glas geübt. Es steht auf dem Tisch, unter dem Tisch. „Präpositionen sind für die Schüler eine Herausforderung“, so der Lehrer,

Döbelner Anzeiger
Jens Hoyer
30.11.2016

Sport verbindet

Während anderswo noch gerätselt wird, wie Integration gelingen kann, wird sie am LGD praktiziert.

„Neues Schuljahr, neues Glück“ dachte sich die Projektgruppe „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ und organsierte einen kleinen Sportnachmittag mit anschließendem Essen. Die Gruppe, in diesem Jahr unter der Leitung von Herrn Greim, hatte die Schülerinnen und Schüler unserer DaZ-Klasse eingeladen. Die waren zahlreich gekommen und freuten sich über die Gelegenheit, sich sportlich betätigen zu können.

Ohne lange Vorrede wurden gemischte Mannschaften gewählt und dann ging es los – Fußball, Basketball und am Ende noch eine afghanische Variante von „Räuber und Gendarm“ erheiterten die Gemüter und machten hungrig. Hier hatte man vorgesorgt. Gemeinsam mit Frau Gasse, Frau Fernau und Herrn Krauß hatte die SoRSmC-Gruppe ein leckeres Essen auf den Tisch gezaubert. Es gab Reis mit Gemüse und als krönenden Abschluss einen Spieß mit exotischen Früchten.

Überall konnte man zufriedene Gesichter sehen und, das Allerbeste: Man kam beim Essen ins Gespräch. So könnte sie funktionieren - die Integration.

Ein großes Lob an die SoRSmC-Gruppe und alle Unterstützer. Weiter so!

Michael Höhme, 19.09.2016

Neue Heimat Deutschland

Allein oder mit ihren Familien kamen in den letzten Monaten viele Kinder nach Deutschland – einige von ihnen lernen jetzt an unserer Schule Deutsch.

Am 11.04.2016 startete die erste sogenannte Vorbereitungsklasse mit acht Schülerinnen und Schülern, die am Lessing-Gymnasium „Deutsch als Zweitsprache“ erlernen. Schnell haben sich die drei Mädchen und fünf Jungen eingelebt. Sie stammen aus Syrien, Libyen, Angola und dem Kosovo. Gemeinsam soll erst im Klassenverband Deutsch gelernt werden. Wenn ihre Kenntnisse so stabilisiert sind, dass ein Grundverständnis der Sprache sichergestellt ist, werden die Kinder teilintegriert. In dieser Phase besuchen sie, verteilt auf verschiedene Klassen, in einzelnen Fächern den Unterricht des Gymnasiums, um so eine Möglichkeit zu haben, die eigenen Deutschkenntnisse zu erweitern. Dabei erfolgt eine enge Absprache zwischen dem Betreuungslehrer und den Fachlehrern des Gymnasiums. Wenn sich dann herausstellt, dass die Kinder dem Unterricht in deutscher Sprache umfänglich folgen können, wird entschieden, an welcher Regelschule sie dann ihre Schullaufbahn fortsetzen.

Kinder unterschiedlichen Alters lernen am LGD in einer Vorbereitungsklasse Deutsch.


Bei allen Belangen rund um die Schule ist für unsere neuen Schüler ihre Betreuungslehrerin, Frau Fernau, von großer Bedeutung. Sie soll nicht nur Sprachkenntnisse vermitteln, sondern den Kindern auch in allen anderen Fragen des Schullebens als Ansprechpartner zur Seite stehen. Formal sind diese nicht Schüler des Gymnasiums. Die Klasse wurde bei uns angesiedelt, weil hier die personellen und räumlichen Voraussetzungen gegeben sind. Dennoch bemühen wir uns natürlich auch als Schule, einen Beitrag zur Integration dieser Kinder zu leisten.
Einige von ihnen haben in ihrem noch jungen Leben schreckliche Erlebnisse verkraften müssen. In Deutschland angekommen, besuchten sie teilweise schon eine Weile die Oberschule in Waldheim. Mit den hier erworbenen Sprachkenntnissen können sie schon kleine Gespräche in deutscher Sprache führen. Andere hingegen lernen fleißig das ABC und die ersten Worte zur Begrüßung und Verständigung.
Die klappt von Tag zu Tag besser. Mohamad, Fhilomena, Youseff und die anderen lernen die deutsche Sprache und wissen, dass die ein Schlüssel zur Kultur ist. Und vielleicht finden sie ja tatsächlich ihre neue Heimat in Döbeln. Uns würde es freuen.

Mandy Fernau / Michael Höhme, 15.05.2016