Lessing-Gymnasium Döbeln

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21.09. Stadtrat für einen Vormittag

Am Tag der Demokratie nahm die Klasse 7d am Planspiel „Die gläserne Stadt“ teil.

Spielplatz oder Seniorenpark? Welches Projekt soll verwirklicht werden? Um diese Fragen zu klären, schlüpften die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7d am 16.09.21, dem Tag der Demokratie, in die Rollen von Mitgliedern des Stadtrates der fiktiven sächsischen Stadt Gligesheim. Unter der Leitung von Lisa Marie Porsch und Konrad Lames von der Aktion Zivilcourage e. V. Pirna sollten sie einen Einblick in Mitbestimmungsmöglichkeiten in einer Demokratie erhalten und gleichzeitig erfahren, was in einem Stadtrat so passiert.

Nach einer kurzen Einführung durch die Leiter des Planspiels trafen sich die Mitglieder der fünf fiktiven Fraktionen, zu denen beispielsweise die Konservativen, die Sozial-Ökologischen, aber auch eine Wahlvereinigung gehörten, um Argumente für ihr Projekt zu sammeln. Viele hätten am liebsten gleich einen Kompromiss geschlossen und das zur Verfügung stehende Baugebiet und Geld für ein Freizeitareal sowohl für Kinder als auch für ältere Mitbürger genutzt. Wichtig war aber, dass jeder in der ihm zugeteilten Rolle bleiben und Argumente für die Position seiner Stadtratsfraktion sammeln musste.
In einer sich anschließenden Stadtratssitzung trugen die Schülerinnen und Schüler ihre Standpunkte vor. Unter Leitung der Bürgermeisterin – diese Rolle wurde ebenfalls durch eine Schülerin verkörpert – erörterte man beide Positionen.

Danach hatten sie die Aufgabe, in einer zweiten Fraktionssitzung eine Beschlussvorlage zu erarbeiten. Über diese Vorlagen wurde noch einmal recht heftig im Stadtrat diskutiert, bevor es endlich zur Abstimmung kam. Dabei setzten sich die Befürworter des Spielplatzes knapp durch. Es war ihnen gelungen, einen Abgeordneten einer anderen Fraktion auf ihre Seite zu ziehen. Die Anlage für die Senioren sollte dann zu einem späteren Zeitpunkt errichtet werden.
In einer abschließenden Diskussionsrunde trugen die Schülerinnen und Schüler zusammen, was sie aus dem Planspiel für sich mitnehmen: Wie funktioniert eigentlich Demokratie? Welche Chancen haben kleine Fraktionen? Warum ist in der Politik auch eine Opposition wichtig? Und sie erfuhren, dass letzten Endes jeder Abgeordnete bei einer Abstimmung vor allem seinem eigenen Gewissen gegenüber verantwortlich ist.
Deutlich wurde ebenfalls, was für das Zusammenleben in einer Gemeinschaft, und damit auch in einer Schulklasse, wichtig ist: Man sollte sich die Meinungen anderer aufmerksam anhören, ihre Argumente überdenken. Und man kann seine Position auch einmal ändern.
Ein herzliches Dankeschön geht an Herrn Greim für die Organisation des Planspiels sowie an Lisa Marie Porsch und Konrad Lames für die engagierte Durchführung.

E. Klügel