16.09. Friedliche Revolution in Döbeln

Jürgen Dettmer bei seinem Vortrag in der Aula des Gymnasiums

Jürgen Dettmer stellt in einem Vortrag seine Forschungen zur Wendezeit vor.

Schon bei den Begrifflichkeiten geht es los. „Wende“ wird als Terminus für das Geschehen in den letzten Monaten des Jahres 1989 in der DDR von Historikern mittlerweile abgelehnt. Eingebürgert hat sich die Bezeichnung „Friedlichen Revolution“. Doch trifft es das wirklich?

Diese und viele andere Fragen behandelte Jürgen Dettmer bei seinem Vortrag über die Ereignisse in Döbeln im Herbst 1989. Den hielt er am Freitag in der Festwoche gleich zweimal. Vormittags für Schüler der 10. Klassen und nachmittags vor interessierten Döbelnern und den bereits angereisten Goldenen und Diamantenen Abiturienten, die der Förderverein des Gymnasiums ein ganzes Wochenende in die alte Schulstadt eingeladen hatte.

Dettmer, wahrscheinlich im Moment der profilierteste Heimatforscher der Muldenstadt, hatte sich viele Monate mit der historischen Materie befasst, Archivbestände und alte Zeitungsartikel durchforstet, Videomaterial in Augenschein genommen und Zeitzeugen befragt. Herausgekommen war ein profunder Vortrag, der mit viel Akribie die Geschehnisse in den letzten Monaten der DDR in der Kreisstadt Döbeln aufarbeitete.

Für die Schüler war es ein gelungener Vortrag, weil Sie vertiefte Einblicke in schicksalhafte Tage der jüngeren deutschen Geschichte gewinnen konnten, für die älteren Zuhörer wurde ein Teil ihrer eigenen Geschichte wieder lebendig. Und warum das wichtig ist, wissen wir ja von Lessing: Ohne die Geschichte bleibt man ein unerfahrenes Kind.

M. Höhme