14.09. Die Welt zu Gast am LGD

Fremdsprachenfest zeigt die bunte Vielfalt des Sprachunterrichts.

„Good morning everybody!, Bienvenue, Hola., Доброе утро” mit diesen Worten starten täglich unzählige Stunden am LGD. Viele müde Schülerköpfe fallen auf Bänke oder träumen sich zum Fenster hinaus, in eine Welt, in der man nicht mehr lernen muss, was denn nun ein subjonctif und ein past participle ist oder warum Russisch mehr Fälle als Deutsch hat, vier reichen doch völlig aus. Eine Welt, in der man das alles kann und andere Menschen mit Redegewandtheit, Wortjonglagen und Sätzen wie “Also so kann man das nicht übersetzen.“ beeindruckt. Eine Welt, die viel größer und bunter als der Klassenraum ist, eine Welt, in der ich endlich auf Englisch sagen kann, was passieren würde, wenn der Unterricht eher vorbei wäre. Ach, wie herrlich wäre das!

Auf dem Weg zu diesem Traum gibt es viel zu tun. Es gilt Vokabeln zu lernen, Grammatik zu beherrschen und Landeskunde zu verstehen. Eine Reise, die viel Mut und Durchhaltevermögen fordert. Das diese Reise am LGD nicht umsonst ist, die Patronen nicht sinnlos leer geschrieben werden, wurde uns am 11.09. im Rahmen der Festwoche beim Fremdsprachenfest deutlich. Moderiert wurde das Fest beeindruckend mehrsprachig von Tessa und Maika aus Klasse12. Ganze sechs Sprachen stellten sich bei diesem Fest vor. Im russischen Beitrag erfuhren wir, wie Justus es schaffte, alle russischen Buchstaben zu lernen und sogar die Klassenbeste beim Diktat abzuhängen. Der liebevoll gestaltete Film gewann dann auch beim Bundeswettbewerb für Fremdsprachen.

Direkt aus Moskau eingeflogen wurde unsere ehemalige russische Fremdsprachenassistentin Maria, welche ein russisches Schimpflied vortrug und für Begeisterungstürme sorgte. Für Spanisch stellten Schüler verschiedene spanischsprachige Gegenden dieser Erde vor und gingen bereits auf kleine Unterschiede in Dialekten und Lebensweise ein. Da Sprache nur vom Sprechen lebt, stellten die Englischvertreter der 8.Klassen die language farm vor. Besonders beeindruckend fanden die anderen Schüler nicht etwa die Tatsache, dass in der Woche der language farm nur Englisch gesprochen, gemeinsam gekocht und auch Sport getrieben wurde. Nein, den größten Aufschrei verursachte die Tatsache, dass alle Schüler ihr Smartphone abgeben mussten. „No smartphones for a whole week!“, das verstehen schon die Kleinsten.

Dass auch eine scheinbar tote Sprache die Gemüter regen kann, bewies der Lateinbeitrag. Animationsfilme verdeutlichten die Schicksale der Wassernymphe Io, die aus Liebe und Habgier verraten wurde und Ikarus, der nach der Sonne strebte und so sein Ende fand. Ein Highlight des Festes war das Auftreten des Modezaren persönlich. Karl Lagerfeld wurde von den Schülern der 7.Klasse post mortem eingeflogen und moderierte eine Modenschau. Die Mannequins schwangen die Hüften zu passender musikalischer Umrahmung auf dem Catwalk und voila! stimmte die ganze Schule mit ein. Es wurde geklatscht und gepfiffen, die Stimmung war fantastisch.

Zum Abschluss dieses internationalen Festes sangen alle Anwesenden noch gemeinsam das Lied „Bruder Jakob“ in allen sechs Sprachen.
Wir hoffen, dass das Fest in so manchem Schüler die Leidenschaft für Sprache (wieder)erweckt hat. Vielleicht heben sich demnächst müde Köpfe, die sich der Herausforderung, eine Sprache zu lernen, mit Mut stellen. Der Weg ist hier das Ziel, er verlangt Ausdauer und Selbstbewusstsein. Doch eines Tages werden genau diese Anstrengungen dazu führen, dass neue Länder entdeckt, interessante Menschen verstanden und mutige Entscheidungen getroffen werden. Wie schon Shakespeare hoffte: “Boldness be my friend.“

Julia Birnstiel

Auszeichnung für besondere Wettbewerbsleistungen