01.10. Russischschüler auf dem Grund des Atlantik

Belohnung für 1. Preis beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen

Wir, sieben Schüler der Russischklasse 8, gehörten im vorigen Schuljahr zu den Preisträgern des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen. Mit unserem Projekt „Wir laden zu Tschastuschkis ein“ belegten wir einen 1. Platz im Teamwettbewerb und erhielten dafür ein Preisgeld. Wir beschlossen, dies für eine gemeinsame Exkursion zu nutzen.
So starteten wir am 24. September 2018 gemeinsam mit Frau Brosch nach Leipzig. Unser Ziel war das PANOMETER, eines der weltgrößten 360°-Panoramen. Hier entführte uns der Künstler Yadegar Asisi mit dem Panorama-Bild „TITANIC“ im Maßstab 1:1 an den Ort des 1912 gesunkenen Passagierschiffes.


Was hatten wir von der Ausstellung erwartet? Jeder von uns kennt spätestens seit dem US-amerikanischen Spielfilm aus dem Jahr 1997 (mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet) die Geschichte der Jungfernfahrt der RMS TITANIC. Man denkt sofort an die dramatischen Szenen beim Sinken des Schiffes, an den erbitterten Überlebenskampf der mehr als 2000 Passagiere. Doch Yadegar Asisi legt einen anderen Fokus auf das Geschehen.
Was haben wir in der Ausstellung erlebt? Wir betraten das Panorama und befanden uns plötzlich unter der Wasseroberfläche – 3.800 Meter tief. Um uns herum das Wrack der TITANIC – auf dem Meeresgrund korrodiert der Schiffsrumpf, überall liegen Gegenstände, z.B. der Dampfkessel und ein Schornstein. Aber auch kleine, berührende Dinge, so Gratinschalen und ein Puppenkopf. Ein Friedhof ohne Leichen. Dennoch ist die Atmosphäre gespenstisch und erdrückend, alles liegt im Halbdunkel. Ein Lichtszenario wie bei einer Tiefsee-Expedition ermöglicht es, das tragische Ausmaß der Tragödie zu erahnen. Wir schauten uns um, entdeckten immer neue Details und begannen zu begreifen, worauf es Yadegar Asisi ankommt: Er thematisiert den Untergang der TITANIC als Beispiel für die Überheblichkeit des Menschen, der die modernen technischen Errungenschaften mit den Naturgewalten unerbittlich konkurrieren lässt – bis zum bitteren Ende.
Allein das 32 Meter hohe und 110 Meter umfassende Rundbild war schon sehenswert. Begeistert waren wir auch von der Begleitausstellung "Titanic - die Versprechen der Moderne". Wir hatten großes Glück mit unserem Guide: Frau Wehrmann gestaltete die Führung außerordentlich lebendig und interessant. Wir erlebten mit ihr große Rauminstallationen zu den Errungenschaften der Industrialisierung und der Stahlproduktion um 1900 und konnten den Zeitgeist und die Begeisterung für diese Entwicklung nachempfinden. Gleichzeitig gelang es ihr, das übersteigerte Streben der Menschen in Verkennung ihrer eigenen Möglichkeiten zu verdeutlichen. Für diese Führung möchten wir uns bei Frau Wehrmann herzlich bedanken.


Unsere Eindrücke von der Ausstellung? Sie war überwältigend durch ihre Dimension, realistisch, faszinierend und sehr atmosphärisch. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall: Die aktuelle Ausstellung ist noch bis Januar 2019 zu sehen.
Nach unserem Bildungsevent folgte noch eine kulinarische Belohnung. Und das in besonders leckerer Form: Wir genossen ein italienisches Essen im „Valentino“ in den Höfen am Brühl. Den Abschluss bildete eine Runde erstklassisches Eis der Gelateria „La Luna“ – und dann ging es zurück nach Döbeln. Ein gelungener Tag!

Marina Boteva (8a), Samantha Däbritz (8b), Florentine Dettmer (8b), Olivia Karsunke (8b), Hanna Wagner (8b), Kenny Keiper (8c), Maximilian Lohr (8c) und Frau Dr. Brosch