19.05. Wohnküche mit Ausblick beim Abwaschen

Elftklässler haben mit Vorträgen ihre Ideen für Wohnungen für junge Leute vorgestellt. Das ist Teil des Projektes, das mit einer Note bewertet wird. Foto: Jens Hoyer

Zum zweiten Mal arbeitet die WG-Fortschritt mit Schülern des Lessing-Gymnasiums zusammen. Diese entwerfen Wohnungen für junge Leute.

Elftklässler des Lessing-Gymnasiums haben eine Vorliebe für große Küchen. Moderne Technik in der Wohnung, ein sogenanntes Smarthome, steht bei der Generation Smartphone dagegen ganz hinten auf der Wunschliste. Elftklässler Hans würde eine Kochinsel als Mittelpunkt der Wohnung aufstellen, mit Barhockern drumherum. Elisabeth würde sich mit der Wohnung einen Kindheitstraum erfüllen - nämlich mehrere Generationen unter einem Dach. Sie hat eine gemeinsame Wohnung für Enkelin und Großmutter entworfen. Mit einer Wohnküche als Mittelpunkt. Dann kann die Oma ihrer Enkelin zeigen, wie man kocht, erklärt sie. Einen Fernseher gibt es auch in der Küche. Linda würde das größere Kinderzimmer als Küche mit Kochinsel nutzen. Und Adriana braucht keinen Geschirrspüler in ihrer Küche mit rot-schwarzen Möbeln. Aber ein Aufwaschbecken am Fenster mit Blick nach draußen, damit das Abwaschen nicht so langweilig wird.

Im vergangenen Jahr hatte die Wohnungsgenossenschaft Fortschritt das erste Projekt "Junges wohnen" realisiert. Maria gehörte zu den Schülern des Lessing-Gymnasiums, die im Rahmen des GRW-Unterrichts Ideen für die Wohnungen entwickelt haben. So wurde in einer der Wohnungen die kleine Küche dem Bad zugeschlagen. Foto: Anré Braun

Die Wohnungsgenossenschaft Fortschritt hat ihre Zusammenarbeit mit dem Lessing-Gymnasium neu aufgelegt. Beim Projekt „Junges Wohnen" entwerfen Schüler der 11. Klassen Wohnungen für junge Leute. Und das bleibt nicht nur Theorie. Vor zwei Jahren war das Projekt zum ersten Mal gelaufen. Die Ideen und Vorstellungen der Schüler wurden an der Unnaer Straße praktisch umgesetzt.
Diesmal geht es um eine Wohnung in der Bertolt-Brecht-Straße in Döbeln Ost. Eine der üblichen Dreiraumwohnungen. Kleines Bad, kleine Küche, schmaler Flur, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Wohnzimmer. "Ihr habt einen Vorteil. Es gab vor euch schon einen Jahrgang, der dieselbe Aufgabe hatte", sagte Sven Viehrig, Vorstand der WG-Fortschritt zu den Schülern.
Er versuchte den Schülern die Angst zu nehmen. „Wir haben keinen Stress. Es gibt für euch nichts falsch zu machen. Wir wollen eure Ideen in die Wohnungen einbauen", sagte Viehrig. Richtig ist allerdings auch: Für die Elftklässler des Kurses GRW (Gesellschaftskunde/Rechtserziehung/ Wirtschaft) geht es um etwas. Ihre Entwürfe und Ideen für junges Wohnen werden mit einer Klausurnote bewertet.
Die Wohnungsgenossenschaft Fortschritt hatte sich in den vergangenen Jahren intensiv um die Wohnbedingungen für ihre älteren Mieter gekümmert. Das war auch nötig, denn der Altersdurchschnitt liegt bei etwa 63 Jahren. Jetzt schaut Döbelns zweitgrößter Vermieter auf die künftige Mietergeneration. „Unsere Arbeit ist es, aus den vorhandenen Wohnungen etwas zu machen", sagte Viehrig. „Dabei ist es nicht nur wichtig, die Wohnungen schön zu gestalten. Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen. Wir vermarkten die Wohnungen auch. Der Vertrieb ist für uns ganz wichtig", sagte Viehrig. Die Schüler sollen im Fach GRW nicht nur die technische und praktische Seite betrachten. Die Wohnungsgenossenschaft erwartet auch Ideen zu Marketing und die Nutzung von Social- Media-Plattformen.
Die 58 Quadratmeter große Projektwohnung liegt im dritten Obergeschoss des Hauses Bertolt-Brecht-Straße 9. Wie Katja Näther, die zuständige Mitarbeiterin der WG-Fortschritt, sagte, soll mit dem Umbau der Wohnung noch in diesem Jahr begonnen werden. „Es ist interessant zu sehen, was man aus so einem Altbau machen kann", sagte sie.
Beim ersten Projekt „Junges Wohnen" hatte die WG Fortschritt in Döbeln Ost II an zwei Wohnungen im 4. Obergeschoss größere Umbauten vorgenommen. Die schmalen Flure wurden verbreitert. Eine der Wohnungen ist für eine Wohngemeinschaft von jungen Leuten konzipiert. Das kleine Bad war vergrößert worden. Sie hat drei Räume und eine große Wohnküche als Mittelpunkt. Eine WG ist in der Wohnung nicht entstanden. Im vergangenen Sommer hatte sie ein junges Pärchen gemietet.

Döbelner Anzeiger
Jens Hoyer
19.05.2020

Junges Wohnen für Neueinsteiger in Döbeln

Zum zweiten Mal dürfen Elftklässler des Döbelner Gymnasiums Wohnungen der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt umgestalten.

Das „Projekt Junges Wohnen“ der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt in die Döbeln geht in eine neue Runde.

Dank der guten Zusammenarbeit mit der Leitung und den Fachlehrern des Lessing- Gymnasiums Döbeln, konnte bereits seit April im Unterricht an der Neuauflage des Projektes gearbeitet werden. Katja Näther, Mitarbeiterin für Soziales und Projekte, Lisa Reinhardt, Mitarbeiterin im Mieterservice in der WGF, sowie die beiden Vorstände der Genossenschaft stehen den Schülern bei der Ideensuche für das „Wohnen für Neueinsteiger“ zur Seite.

Die Ausgangsbedingungen und Vorgehensweisen sind in diesem Jahr aber etwas anders. Aufgrund von Covid 19 konnten bislang geplante Treffen nicht mit allen Schülern stattfinden. Die Schüler wurden zunächst mit einem Info-Brief und einer Präsentation auf das Projekt eingestimmt und vorbereitet. Erste Ergebnisse und einen Ideenaustausch gab es vergangene Woche bereits am Lessing-Gymnasium Döbeln im Fach Gemeinschaftskunde/ Rechtserziehung/ Wirtschaft (GRW), wo der Projektunterricht angesiedelt ist.

Schüler des Gymnasiums planen wieder in einem Schulprojekt mit der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt Wohnungen für junge Leute. WGF

Den Projektteilnehmern stehen auch in diesem Jahr wieder zwei leere Wohnungen der Genossenschaft zur Verfügung. Diese dürfen die Schüler mit Mut, Kreativität, Weitblick und Ideenreichtum umplanen und umbauen. Die Schüler dürfen anhand des vorhandenen Grundrisses der Wohnungen, ihr Wohnkonzept vorlegen und mit der Genossenschaft umsetzen.

Die Genossenschaft verspricht sich davon einige wichtige Informationen über potenzielle junge Mieter. Welche Anforderungen haben die jungen Menschen, Auszubildenden und Berufsanfänger an ihre erste eigene Wohnung? Leben sie lieber in einer Mehrzimmer-Wohngemeinschaft oder einer Einzimmerwohnung, lieber im Zentrum oder im Grünen? Wie wichtig sind ihnen ein Parkplatz oder die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr?

Für sich selbst sollen die Schüler aber auch herausfinden,welche Rolle das eigene Einkommen beim Wohnen spielt und wie nah Wunsch und Wirklichkeit auf der Suche nach dem passenden Wohnraum beisammen liegen oder auch nicht. Sie erörtern im Fach GRW, wie die passende Wohnung ausgestattet sein sollte, wie wichtig die Lage sein kann.

Bei ihren Gestaltungsideen dürfen die Schüler dann selbst Hand anlegen und planen, ob die Wohnung mit Wanne oder Dusche umgebaut werden soll, welches Farbkonzept sie favorisieren und wie wichtig ihnen Multimedia und Smart Home-Konzepte in den eigenen vier Wänden sind.

Im vergangenen Jahr haben Schüler bei der ersten Runde des gemeinsamen Projektes von Lessing-Gymnasium und WG Fortschritt zwei Wohnung in der Unnaer Straße nach ihren Ideen eingerichtet. Eine war für eine Wohngemeinschaft gedacht (WG). Eingezogen ist hier mittlerweile ein junges Pärchen.

Dieses Mal geht es um eine 58 Quadratmeter große Wohnung in der Bertolt-Brecht-Straße in Döbeln-Ost I.

Übrigens das ganze Projekt ist auch fester Unterrichtsbestandteil und wird am Ende mit einer Klausurnote bewertet.

Döbelner Allgemeine Zeitung
Thomas Sparrer
23.05.2020