29.01. Antike Schnupperstunde

Viertklässler besuchen an zwei Freitagen LGD und machen interessante Entdeckungen

Am 11.01.2019 fanden in der Körnerplatzschule des Lessing-Gymnasiums Döbeln die Schnupperstunden der Fremdsprachen statt. Mehr als 90 Viertklässler der umliegenden Grundschulen informierten sich über die Sprachen Französisch, Russisch und Latein. In Russisch machte man erste Schreibversuche mit dem kyrillischen Alphabet und übte in Französisch schon mal die weiche Aussprache. Und in Latein? Die Buchstaben sind altbekannt und gesprochen wird es sowieso nicht mehr. Wozu also Latein lernen?


Erstaunt hat die Schülerinnen und Schüler, wie viele ihrer Urlaubsziele einstmals zum Römischen Reich gehörten. Die Lateinlehrerin Frau Klügel erklärte, dass die Römer mit neuen Dingen auch ihre Worte in fast alle europäischen Länder gebracht haben. Das überraschte die meisten Kinder – und war ihnen doch irgendwie vertraut. Weshalb ein luxuriöses Landhaus villa und ein mit Steinen befestigter Weg via strata – also Straße – genannt wird, fanden sie an Modellen und mit ihrem Wissen heraus. Einen antiken Tempel und einen Grenzturm am Limes erkannten sie ebenso mühelos.
Begeistert waren die Grundschüler vom leichten Schulgepäck in römischer Zeit. Ein paar kleine tabulae – Wachstäfelchen – und ein stilus – das Schreibgerät – befanden sich im römischen Ranzen, dazu noch ein wenig Essen und etwas zum Trinken. Der leichte Ranzen machte neidisch. Nachdem der Referendar Herr Fischer aber erklärt hatte, dass man viel und schnell auswendig lernen musste, wollte dann doch niemand eine römische Schule besuchen. Am Uhrturm der Körnerplatzschule, dessen Foto sie auf der interaktiven Tafel sahen, lernten die Kinder die römischen Zahlen kennen, mit denen sie das Addieren und Subtrahieren üben konnten. Den römischen Ursprung dieser Fremdwörter erkannten sie an deren Klang und Schreibung. Anders sah es bei Lehnwörtern wie Mühle, Rettich oder Mauer aus. Mit etwas Hilfe von Frau Klügel erknobelten die Schülerinnen und Schüler beim Wörter-Domino aber auch hier die lateinischen Formen: molae, radix, murus.
Zum Abschluss gaben Frau Klügel und Herr Fischer den Viertklässlern mit auf den Weg, dass man in Latein viel über Geschichte lernt, vor allem über die Geschichte von Wörtern und Sachen. Schließlich erhielt jeder noch ein Bild-Wort-Domino, an dem er sich daheim selbst dabei ausprobieren konnte, lateinische Fremd- und Lehnwörter den jeweiligen Gegenständen zuzuordnen.

AF

Am 18. Januar ging es dann am Hauptstandort nicht um Fremdsprachen, sondern um die Naturwissenschaften. Über 90 Viertklässler ließen sich in Geheimnisse der Biologie, der Physik und der Chemie einführen.