13.12. 27.000 Euro für krebskranke Kinder

Das Lessing-Gymnasium hat das Spendengeld vom Lauf mit Herz an den Verein Sonnenstrahl übergeben. Dessen Aufgaben werden immer vielfältiger.

Als das Lessing-Gymnasium vor 18 Jahren zum ersten Lauf mit Herz antrat, standen 86 Teams am Start, die reichlich 5.000 Mark, heute rund 2.500 Euro, erliefen. Die Zahl, die am Mittwoch auf dem Spendenscheck stand, ist eine andere Hausnummer: 27.171 Euro hat die Schule an den Verein Sonnenstrahl in Dresden überwiesen, der sich um krebskranke Kinder und ihre Familien kümmert.

„Wir hatten damals nicht die Hoffnung, dass dabei etwa so Großes und Langlebiges herauskommt und dass es dafür so viel Unterstützung gibt“, sagte Katrin Niekrawietz, die mit ihrer Kollegin Ursula Kührig seit Anfang an den Lauf mit organisiert. Neben der Sparkasse engagiert sich auch der Döbelner Anzeiger bei der Massenveranstaltung.


Am 2. Mai dieses Jahres standen 360 Teams mit mehr als 1.000 Läufern am Start, die zusammen rund 16.000 Stadionrunden zurücklegten und sich von rund 400 Sponsoren bezahlen ließen. Aus der Schulveranstaltung eine sportliche Massenveranstaltung geworden, an der sich Kindergärten, Schulen, Vereine und Firmen aus der Region beteiligen. Auch der Empfänger der Spenden, der Verein Sonnenstrahl, war mit zehn Teams angereist.
Bei der Schulkonferenz mit Lehrern, Schülern und Eltern hat das Lessing-Gymnasium den symbolischen Spendenscheck an den Verein Sonnenstrahl übergeben. © Dietmar Thomas

Sonnenstrahl hat zehn Mitarbeiter und finanziert noch Stellen an der Uni-Klinik in Dresden, damit sich Therapeuten und Psychologen um die kleinen krebskranken Patienten und ihre Familien kümmern können. Außerdem unterhält der Verein ein Elternhaus mit elf Zimmern. Dort können Familien in der Nähe ihrer kranken Kinder übernachten. Der Finanzbedarf liegt bei 850.000 bis 900.000 Euro pro Jahr, sagte Antje Herrmann, die Geschäftsführerin des Vereins.

Die Aufgaben der Helfer werden immer vielfältiger. Mittlerweile suchen auch die Patienten von damals Hilfe, die heute Erwachsene sind. Manche leiden unter den Folgeerscheinungen ihrer Behandlung. „Das sind Leute, die über Jahre keinen Kontakt zu uns hatten. Aber es gibt keine Ansprechpartner, die eine Ahnung davon haben, wo ihre Probleme sind“, sagte die Sozialpädagogin Ulrike Grundmann.

Die Behandlungen zu DDR-Zeiten und in den 90er-Jahren seien auf den Erfolg ausgerichtet gewesen. Heute wisse man, welche Spätfolgen etwa Strahlentherapie für die Patienten haben. „Es gibt ein Risiko für Herzerkrankungen und für Zweitkrebserkrankungen. Auch Unfruchtbarkeit bei Kinderwunsch spielt eine Rolle“, sagte Ulrike Grundmann. Schwierig sei es für diese Menschen, die teilweise leichte Einschränkungen haben, eine feste Arbeitsstelle zu bekommen. Auch dabei helfe der Verein.

Einige, die als Kleinkinder behandelt wurden, kommen mit nicht verarbeiteten Traumata. „Wir können das erkennen und die Menschen an Profis vermitteln. Ihnen kann man gut helfen“, sagte Ulrike Grundmann. Mittlerweile gibt es beim Verein auch eine Selbsthilfegruppe für junge Erwachsene.

Döbelner Anzeiger
Jens Hoyer
13.12.18