25.08. Kein Unterricht nach den Ferien

Am Lessing-Gymnasium beginnen im Oktober die Arbeiten für den Brandschutz

Das Döbelner Lessing-Gymnasium wird wieder zur Baustelle. Im Vergleich mit den bereits abgeschlossenen Umbauvorhaben wird es diesmal ein eher kleiner Eingriff – aber einer am „offenen Herzen“. Das sogenannte naturwissenschaftliche Gebäude ist dann einige Zeit für den Unterricht nicht nutzbar.

Viviane-Elene Schuffenhauer und Anna-Lena Heim aus der 11. Klasse stehen an einer der Öffnungen im Flur des naturwissenschaftlichen Gebäudes des Gymnasiums. Die Schächte sorgen für offene Innenräume, sind aber nach den geltenden Brandschutzvorschriften nicht mehr zulässig. Deshalb werden sie im Oktober verschlossen.

In den kommenden Herbstferien sollen die Arbeiten beginnen, sagt Regina Hlozek, Mitarbeiterin des Döbelner Bauamtes. Das Haus – obwohl als jüngstes Gebäude der Schule erst reichlich 20 Jahre alt – hat ein Sicherheitsproblem. Einige Jahre nach dem Bau waren die Brandschutzbestimmungen für Schulgebäude verschärft worden. Und diese müssen jetzt endlich umgesetzt werden.

Der Architekt hatte sich seinerzeit Lichtschächte für die Gestaltung des Innenraums einfallen lassen. Die Flure sind an drei Stellen über alle Etagen miteinander verbunden. Damals war dieses architektonische Detail zulässig. Heute nicht mehr. Rauch oder Feuer könnten sich ungehindert über alle Stockwerke ausbreiten. Vier dieser Deckenöffnungen werden deshalb mit Beton verschlossen. „Da muss eine Menge Bewehrungsstahl rein. Das geht nicht, wenn nebenan Unterricht ist“, sagt Regina Hlozek. Die zweiwöchigen Herbstferien werden für die Arbeiten voll genutzt. Aber auch nach den Ferien fällt das Haus für zwei Wochen für den Unterricht fast komplett aus. Elf Klassenräume fehlen. „Das wird ein Kraftakt für die Schule“, meint Regina Hlozek.

„Über zwei Wochen ist das machbar“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Heike Geißler. Die Klassen werden über das Haupthaus verteilt. Bei Bedarf kann auch Unterricht an die Außenstelle Körnerplatz verlagert werden. Und: Die Aula wird zum Klassenraum umfunktioniert. „Wir werden dort Tische und Stühle reinstellen“, erklärt Heike Geißler. Auch auf die Fachkabinette könne die Schule für zwei Wochen verzichten. „Einige Kollegen haben so etwas wie Mikroskopieren im Lehrplan so verlegt, dass das kein Problem ist.“

Bis Ende November werden die Arbeiten am naturwissenschaftlichen Gebäude dauern – für den Schulbetrieb wird es in der Zeit immer mal die eine oder andere Einschränkung geben, sagt Regina Hlozek. Neben den baulichen Veränderungen ist ein neues Hausalarmierungssystem zu installieren. Auch ein Notbeleuchtungssystem samt den dazugehörigen Batterien für den Notstrom wird eingebaut. Die Eingriffe in die Klassenzimmer selbst halten sich aber in Grenzen, so Regina Hlozek.

Im kommenden Jahr ist der Bauabschnitt zwei im Plan. Auch die Stadtsporthalle hat eine brandschutztechnische Auffrischung nötig. Diese gilt als Versammlungsstätte – deshalb ist dort eine Brandmeldeanlage nötig, die alle Räume überwacht, informiert Regina Hlozek. Auch dort ist Sicherheitsbeleuchtung zu installieren und außerdem eine Abtrennung aus Glas im Eingangsbereich der Halle. Auch diese Arbeiten haben Auswirkung auf den Unterricht und den Sportbetrieb: Für die Arbeiten werden zwar die Sommerferien genutzt. Aber sowohl vor als auch nach den Ferien ist die Halle für einige Wochen nicht nutzbar. „Da muss der Sportunterricht nach draußen verlegt werden“, so Regina Hlozek.

Für die Brandschutzmaßnahmen rechnet die Stadt mit Kosten von rund 450 000 Euro. Der größte Teil dieser Summe wird mit Fördermitteln aus den Programmen „Brücken in die Zukunft“ und „Stadtumbau Ost“ finanziert.

Jens Hoyer
DA 25.08.17