09.04. Döbeln: Lessings Erben ganz kreativ

Ein großes Wettbewerbsfinale gab es gestern in der Aula des Döbelner Lessing-Gymnasiums. In den Kategorien Fabeln, Mathematik, Fotowettbewerb und Balladendichtung erhielten Schüler der fünften bis zwölften Klassen Preise. Fünftklässler zeigten die selbst geschriebene Fabel „Der Dino in der Sahara“ als kleines Theaterstück. Dabei geht es darum, dass Hochmut vor dem Fall kommt, wie ein Kräftemessen des Dinos ans Licht brachte.

König und Dino messen Kräfte am Gymnasium Foto: Sven Bartsch


Anlässlich des 150-jährigen Schuljubiläums veranstaltete das Döbelner Lessing-Gymnasium gestern einen kreativen Festakt. Motto: „Das große Wettbewerbsfinale“. Dabei führten Schülerinnen und Schüler auch kleine Stücke auf, wie diese Fünftklässler das szenische Spiel „Der Dino in der Sahara“.

Eine Jury, bestehend aus den Fachlehrern, beurteilte die eingereichten Beiträge. Preise gab es in den Kategorien Fabeln (Kl. 5 und 6) sowie Mathematik, Fotowettbewerb und Balladendichtung (Kl. 7 und 8). Einzelpersonen, Gruppen und ganze Klassen wurden ausgezeichnet.

Foto: Sven Bartsch


Ganz in Lessings Fabeltradition tobten sich die Fünft-und Sechstklässler an der Darstellung eigener kleiner Fabeln entweder als Comic, Fabelbuch oder Schattenspiel aus. Die Schüler der Klasse 6b reichten dafür eine 2,70 Meter lange Rolle mit gesammelten Fabeln ein. Aufgrund der mannigfaltigen und durchgängig guten Beiträge erklärte Lehrerin Uta Richter kurzerhand alle Schüler zu Siegern. Im Bereich Mathe erfolgreich: Aaron Schrader (7d), Lukas Rentsch (8c) und Lara-Sofie Berger (10a). Sie lösten Knobelaufgaben, die weit über ihren bisherigen Unterrichtsstoff hinausgingen. Beim Fotowettbewerb zeichnete Kunstlehrerin Sandra Völs unter anderem Alina Sparrer (Kl. 5b) mit dem 1. Platz für ihre künstlerisch in Szene gesetzte Front der Körnerplatzschule aus. Roswitha Reiprich kürte die Preisträger im Bereich Balladendichtung. Dabei wurden aus dem Erlkönig Adaptionen wie „Single like a Pringle“ und der Handschuh zur „Gucci-Tasche“ umgedichtet. Schulleiter Michael Höhme würdigte die teilweise komischen Elemente und pries das Wechselspiel von Tradition und modernen Elementen als Credo der Schule.

Döbelner Allgemeine Zeitung
09.04.2019


Neugierig geworden? Besuchen Sie unsere Fotostrecke zum Thema.


Kleine „Geschichten“ mit großer Wirkung - Fabelwettbewerb der Klassen 5 und 6


Fotowettbewerb LGD im Fokus

Klasse 5-6

Klasse 7-9

Klasse 10-12


Balladenwettbewerb der 7. und 8. Klassen anlässlich des 150-jährigen Schuljubiläums des LGD

Vielfältige Initiativen prägen das Festjahr an unserem Gymnasium. Viele Schüler nutzten die Gelegenheit, ihr Können bei verschiedenen Wettbewerben auf naturwissenschaftlichem oder künstlerischem Gebiet zu beweisen.

Balladen, Lehrplanbestandteil im Deutschunterricht der Klasse 7, machen vielen Schülern Spaß und gehören für so manchen zu den Erinnerungen an die Schulzeit, auch wenn diese schon Jahrzehnte zurückliegt. Kein Wunder – diese spannungsgeladenen gereimten Geschichten, deren Helden sich bewähren müssen, lassen den Leser mitfiebern und vermitteln oft eine zeitlose Lehre.

Ein Balladenwettbewerb, ausgelobt für die Schüler der Klassenstufen 7 und 8, fügt sich deshalb ausgezeichnet ins Wettbewerbsprogramm zum Festjahr. Und ein Fest war es allemal, mitzuerleben, was kreative Schülerköpfe ersannen und mit den klassischen Texten der großen Meister Goethe, Schiller, Fontane oder Liliencron anzufangen wussten.

Schüler aller 7. und 8. Klassen beteiligten sich und ließen ihren Ideen freien Lauf, sodass 24 von ihnen mit insgesamt 12 Beiträgen von der Jury in die engere Wahl für die attraktiven Preise gezogen wurden, die beim großen Wettbewerbsfinale am 08.April 2019 in der Aula an 12 Teilnehmer für fünf Beiträge verliehen wurden.


Paralleltexte zum Erlkönig, aus dem dann z. B. „Single like a pringle“ wurde, fanden sich ebenso wie „Neubearbeitungen“ von Schillers „Handschuh“ der dann als liebevoll gestaltetes Puppenspiel oder als Gucci-Tasche daherkam, die „von des Altans Rand“ in den Raubtierkäfig fällt. Auch Goethes „Zauberlehrling“ ist als spannender Prosatext durchaus attraktiv und lehrreich.

Und seien die Texte auch jahrhundertealt – für eine Neubearbeitung mit digitalen Medien taugen sie allemal: Eine filmische Umsetzung der weniger bekannten Ballade Liliencrons „Das Kind mit dem Gravensteiner“ oder „John Maynard“ als Hörspiel beweisen dies eindrucksvoll.

Dass es nicht unbedingt eine klassische Vorlage braucht, zeigen völlig frei gestaltete Balladen, in denen sich die Schüler mit ihrem Schulalltag oder Generationsproblemen auseinandersetzen.

Den Möglichkeiten, sich jenseits des „normalen“ Unterrichts mit dieser Textsorte zu beschäftigen, sind also kaum Grenzen gesetzt, wovon die Schüler mit sichtlich viel Freude regen Gebrauch machten.

Egal ob Preisträger oder nicht – allen ein herzliches Dankeschön!

R. Reiprich