Neuntklässler absolvieren soziales Praktikum

Lessing-Gymnasium schickt 124 Schüler als ehrenamtliche Helfer in Kitas, Pflegeheime, Krankenhäuser und weitere Einrichtungen

Senioren betreuen, mit Kindergartenkindern Zähne putzen, Patientenpflege im Krankenhaus - 124 Neuntklässler des Lessing-Gymnasiums haben in dieser Woche für drei Tage die Schulbank mit dem Arbeitsleben getauscht. Aus einem sozialen Tag im Vorjahr sind in diesem Schuljahr gleich drei Tage geworden.


"Die Resonanz bei Eltern, Schülern sowie den Trägern und Unternehmen, die uns die Stellen anbieten, ist sehr positiv", sagt Heike Geißler, stellvertretende Schulleiterin des Lessing-Gymnasiums. Mit dem Schülerrat hatte sie sich im vergangenen Schuljahr verständigt, das schon länger bekannte Projekt "Sozialer Tag" besser zu koordinieren. 90 Gymnasiasten schnupperten vor einem Jahr einen Tag in Kindereinrichtungen, Altenpflege, Schulen, bei der Tafel oder im Klinikum Döbeln. Viele arbeiteten als Sahnehäubchen auch im Schuljahr ehrenamtlich im sozialen Bereich weiter und bekamen dafür ein Zertifikat für soziales Engagement.
"Wir haben bei der Auswertung festgestellt, dass ein sozialer Tag recht kurz ist. Wenn die Schüler eingewiesen sind und wissen, worum es geht, war die Aktion schon fast zu Ende. Deshalb haben wir das Projekt in diesem Schuljahr auf drei Tage erweitert", so Heike Geißler. 124 Schüler unterzubringen, war dabei ein Kraftakt. Doch die heimischen Träger und Unternehmen waren gute Partner.


Voll des Lobes über ihre drei Neuntklässler war Konstanze Teuchert. Die Leiterin der Tagespflege der Volkssolidarität kümmert sich mit ihrem Team um täglich etwa 20 Senioren. Die drei Schülerpraktikanten Josephine Hoffmann, Luisa Litzki und Paul Feige spielten mit den Senioren verschiedene Brettspiele, um ihr Gedächtnis zu trainieren. Josephine fuhr am frühen Morgen auch mit dem Pflegedienst zu einigen Patienten. "Ich sah bei der Versorgung, beim Spritzen von Insulin und bei dem Wechseln von Verbänden zu. Ich weiß jetzt, dass die Pfleger einen sehr anspruchsvollen wichtigen Job haben", so die 15-jährige Schülerin. Konstanze Teuchert und ihre Kollegen von der Volkssolidarität wollen bei dem sozialen Tag auch gern die beruflichen Möglichkeiten in ihrer Branche an den Schüler und die Schülerin bringen.
Im Awo-Kindergarten "Berta Semmig - Haus der kleinen Stifte" haben gestern Morgen Sabrina Werner und Anne Schönhof ihren Dienst angetreten. Sabrina wollte gern bei den ganz kleinen Krippenkindern mithelfen. Die beiden Mädchen spielten mit den Steppkes, halfen beim Mittagessen und beim anschließenden Zähneputzen sowie bei den Vorbereitungen für den Mittagsschlaf. "Die Mädchen sind sehr motiviert und eine große Hilfe", freut sich Leiterin Jacqueline Spieler. Ob beide später in einem Erzieherberuf arbeiten wollen, wissen Sabrina und Anne noch nicht. Am Mittwoch werden die musikalischen Mädchen auf alle Fälle mit ihren Instrumenten eine Musikstunde im Kindergarten geben.

Döbelner Allgemeine Zeitung
Thomas Sparrer/Kathleen Hausburg
23.04.2013