Neue Partnerschule in der Tschechischen Republik

Der neue Partner des Lessing-Gymnasiums in Döbeln ist nur wenige Stunden Zugfahrt entfernt, eine Schule im tschechischen Usti. Voraussichtlich Mitte Juni werde der Kooperationsvertrag unterzeichnet, sagte Schulleiter Michael Höhme, der bereits gestern die ersten Schüler aus dem Nachbarland zu einem Kurzbesuch in Döbeln begrüßte. 17 Schüler aus Usti gingen mit knapp 20 Neuntklässlern des Gymnasiums auf eine Foto-Safari durch die Stadt, um Döbeln besser kennenzulernen. Was ein gutes Foto ausmacht, lernten sie im Vorfeld bei einem Workshop mit Felicitas Hampel und Tommy Greim. Beide sind zurzeit als Referendare am Gymnasium. Felicitas Hampel leitet zudem seit zwei Jahren die Foto-AG an der Schule. Am Abend musizierte ein tschechischer Schüler gemeinsam mit den Döbelnern beim Frühlingskonzert des Gymnasiums.


„Die Stadt ist sehr angenehm“, schilderte Marie Storchova, Lehrerin aus Usti, ihre Eindrücke von Döbeln. Die Schule, an der sie arbeitet, sei deutlich kleiner als das Gymnasium. An der Einrichtung lernen die Kinder von der ersten bis zur neunten Klasse. Schüler von der siebten bis zur neunten Klasse waren gestern in Döbeln. „Wir sind auf Sprachen spezialisiert und daher froh über die Zusammenarbeit“, so Storchova.

Bereits im vergangenen Jahr gab es erste Kontakte zwischen Usti und Döbeln. Schüler untersuchten im Rahmen eines Geschichtsprojektes, wie in deutschen und tschechischen Schulbüchern der Holocaust dargestellt wird. Die Bekanntschaften sollen nun zu einer festen Partnerschaft ausgebaut werden. Eingebunden sind vonseiten des Gymnasiums Neuntklässler, die sich für das gesellschaftswissenschaftliche Profil entschieden haben. „Im naturwissenschaftlichen Profil gibt es bereits einen Austausch mit Unna“, so Höhme.

Vor allem eintägige Projekte bieten sich aufgrund der Nähe der neuen Partnerschule an. „Später wird es eventuell auch längere Besuche geben“, sagte Katrin Berge. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Sieglinde Kastner betreut die Lehrerin des Lessing-Gymnasiums den Austausch. Im vergangenen Jahr gab es bereits erste Treffen der Lehrer und Schulleiter in beiden Städte. Mitte Juni lernen auch die Döbelner Schüler Usti kennen. Geplant ist bei dem Besuch ebenfalls eine Foto-Safari durch die Stadt. „Die Schüler haben sich auch einen Besuch im KZ Theresienstadt gewünscht“, so Berge.

Döbelner Anzeiger
Maria Lotze
14.05.2013