2010: LGD wird Europaschule

Das Lessing-Gymnasiums Döbeln führt seit gestern das Gütesiegel „Europaschule“. Auf einer Festveranstaltung in der Aula des Gymnasiums überreichten Sachsens Kultusminister Roland Wöller (CDU) sowie Justiz- und Europaminister Jürgen Martens (FDP) die Urkunde, die Plakette und eine Europafahne an Schüler und Lehrer der Bildungsstätte.
Das Gütesiegel wurde gestern erstmalig im Freistaat Sachsen vergeben. Neben dem Lessing-Gymnasium gehörte auch das Görlitzer Augustum-Annen-Gymnasium zu den Ausgezeichneten. Deshalb waren aus der gerade vom Hochwasser heimgesuchten Neiße-Stadt Schulleiter Friedhelm Neumann, einige Lehrer und 40 Schüler per Reisebus nach Döbeln gekommen. Ebenso waren die beiden Landesminister, die Chefin der Sächsischen Bildungsagentur sowie der Europaabgeordenete Peter Jahr und sein Landtagskollege Sven Liebhauser (beide CDU) in die Muldestadt gekommen.

Als erste Schulen im Freistaat

bekamen gestern das Lessing-Gymnasium Döbeln und das Annen-Gymnasium Görlitz das Zertifikat "Europaschule in Sachsen" durch Sachsens Kultusminister Roland Wöller (hintere Reihe 3.v.l.) und Justiz- und Europaminister Jürgen Martens (Mitte) überreicht. Durch Schüleraustausch, Patenschaften, Begegnungen und Sprachausbildung überzeugten beide Schulen.


„Das Lessing-Gymnasium hat den Ruf, eine anspruchsvolle und kreative Schule zu sein, die über den Tellerrand schaut“, lobte Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer, als Schulträger in seinem Grußwort. Der amtierende Schulleiter Gerd Becker begrüßte die Gäste mit einem Zitat von Konrad Adenauer: „Die Einheit Europas war der Traum weniger und ist heute Hoffnung für viele.“ Die gestrige Auszeichnung als Europaschule für das Lessing-Gymnasium widmete Becker seinem im Mai verstorbenen Amtsvorgänger Matthias Müller, der daran den größten Anteil gehabt habe.
Europaminister Jürgen Martens erinnerte sich in seiner Festrede an seine Tätigkeit als junger Jurist bei der EUKommission in Brüssel. Die beiden Gymnasien in Döbeln und Görlitz vermittelten ihren Schülern Schlüsselqualifikationen wie Sprachen und interkulturelle Kompetenz. Das sei in der heutigen globalen Wirtschaft und in einem geeinten Europa besonders wichtig. Denn Europa betrifft alle Bürger in ihrem täglichen Leben. Doch damit die Menschen dabei auch innerhalb Europas zusammenwachsen, seien junge Leute und der Geist solcher Europaschulen einfach wichtig.

Mit einem kleinen Theaterstück

stellten die Döbelner den bilingualen Unterricht an ihrer Schule unterhaltsam vor. Zudem sorgten Schulchor und Schulband für den kulturellen Rahmen der Festveranstaltung. Die Görlitzer steuerten Chopins Regenbogensonate, dargeboten vom 15-jährigen Pianisten David Adamik sowie die Vorstellung ihres deutsch-polnischsprachigen Projektes zum Programm bei.


Kultusminister Roland Wöller zeigte auf, dass Europa auch an dieser Schule allgegenwärtig sei, nicht nur im Unterricht, sondern auch in Form europäischer Fördergelder bei den aktuellen Baumaßnahmen. Doch Europa sei mehr, habe viel mit Kultur und Bildung zu tun. Denn ohne Bildung sei Europa nicht zu verstehen. Die beiden Gymnasien lobte er als herausragende Schulen in Sachsen, welche die europäische Einigung leben. Gerade durch Austausch, Partnerschaften und Begegnungen, wie sie das Lessing-Gymnasium pflege, müsse Europa zusammenwachsen.

Döbelner Allgemeine Zeitung
Thomas Sparrer
12.08.2010