2010: Altes Laborgebäude wird zum Kunsttempel

Im neuen Musentempel des Lessing-Gymnasiums Döbeln ist nun wieder offiziell Leben eingezogen. Nach zehn Monaten Bauzeit ist der Umbau und die Sanierung des 1905 eingeweihten ehemaligen Naturwissenschaftsgebäudes abgeschlossen.
Es war das größte Projekt, das die Stadt Döbeln mit Geldern aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung umsetzen konnte. Runde 1,5 Millionen Euro stecken im neuen Musentempel. Das sind etwa 100 000 Euro mehr als ursprünglich geplant. Zu etwas mehr als 75 Prozent kommen die Gelder aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung. Mehr als 20 verschiedene Firmen, vorwiegend aus der Region, hatten hier in den letzten zehn Monaten Aufträge abbekommen. Dafür bedankte sich stellvertretend für die Baubeteiligten gestern Wolfgang Hirschmüller vom gleichnamigen Döbelner Planungsbüro, das den Umbau plante und leitete. 2000 Euro spendierte er dem Gymnasium.

Neu saniertes Kunstgebäude

Nordansicht mit Anbau für den Fahrstuhl, der das Gebäude behindertengerecht macht


Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) hatte zuvor vor Lehrern, Schülern und geladenen Gästen, allen am Bau Beteiligten sowie den Verwaltungsmitarbeitern seines Hauses mit weißen Rosen gedankt. Von den insgesamt sechs Gebäuden des Gymnasiums (dazu zählte Egerer auch die Körnerplatzschule und deren Turnhalle) seien nunmehr fünf in einem das Lernen befördernden Zustand. Nun sei das Hauptgebäude des Gymnasium eigentlich an der Reihe, sagte Egerer mit einem Seitenblick auf die Landespolitik. Denn dazu werden Fördermittel gebraucht. Brunhild Kurth, Direktorin der Sächsischen Bildungsagentur und gleichzeitig Aufsicht für über 1400 sächsische Schulen, lobte in Vertretung von Kultusminister Roland Wöller die Weitsicht und die Hartnäckigkeit der Stadt Döbeln als Schulträger. Davon zeuge das neue Kunstgebäude, in dem Altes und Neues eine gute Symbiose eingingen. Gern werde ihre Behörde auch die weitere Schulsanierung in Döbeln begleiten.
Der amtierende Schulleiter Gerd Becker versprach im Namen seiner Schüler und Lehrer, dass man das nun zur Verfügung gestellte Gebäude samt Inventar achten und sehr lange erhalten wolle. Passend gab es dazu von der Stadt als Einzugsgeschenk Notenständer und Staffelei.

Döbelner Allgemeine Zeitung
03.09.2010
Thomas Sparrer

Zur Übergabe

des innerhalb von zehn Monaten sanierten Hauses waren zahlreiche Gäste anwesend, darunter die Direktorin der Sächsischen Bildungsagentur, Brunhild Kurth. Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer übergab symbolisch eine Staffelei und einen Notenständer.


Frischer Glanz an altem Ort: Das Kunstgebäude ist fertig

Seit knapp einem Jahr ist das sogenannte Kunstgebäude des Lessing-Gymnasiums eine Baustelle. 110 Jahre nach seiner Einweihung hatte das Haus eine Sanierung nötig. Heute Nachmittag um 15 Uhr wird es von Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer für den Unterricht und die Freizeitgestaltung der Schüler freigegeben.
Mit der Sanierung schlägt die Stadt einen Bogen von der Vergangenheit in die Moderne. Das Haus steht unter Denkmalschutz und soll trotzdem den Erfordernissen der heutigen Zeit genügen. Dafür mussten Denkmalamt und der Bauherr Kompromisse eingehen. Die Vorderseite des Schulgebäudes erhielt einen Anbau für den Aufzug. Das ist heute Standard in Schulen. Andere Neuerungen wirken verborgener. Auf dem Dach wurde eine Photovoltaikanlage zur Eigenversorgung installiert – die Schule pflegt eine Partnerschaft mit Signet Solar, dem Hersteller von Photovoltaikmodulen in Mochau. Auf der anderen Schräge befinden sich die Fenster für das neue Kunstatelier der Schule, das aus einem Abstellraum direkt unter dem Dach geschaffen wurde.
Viele alte Bauelemente wurden bei der Sanierung weiter verwendet. Die originalen Türen sind aufgearbeitet. An der Wand des ehemaligen Chemie-Hörsaals, der heute für Kunsterziehung verwendet wird, kam unter der alten Farbe ein Periodensystem zu Tage, das erhalten wurde. Die originalen Bleiglasfenster des Schulgebäudes wurden als Besonderheit in die modernen Fenster integriert.
Neben Räumen für den Unterricht gibt es auch solche für die Freizeit. Die Theatergruppe des Gymnasiums hat im Keller einen Raum bekommen und auch der Lessing-Band steht im Haus ein Probenraum zur Verfügung.
Ganz reibungslos ist die Sanierung aber nicht verlaufen. Der strenge Winter hatte die Baustelle über Wochen lahmgelegt. Außerdem wurde der Bau etwas teurer als geplant. Rund 1,55 Millionen Euro hat die Sanierung gekostet. Das sind rund 160000 Euro mehr, als ursprünglich eingeplant waren. Während des Baus hatten sich Zusatzkosten etwa für die Entsorgung von mit Schadstoffen belasteten Baustoffe ergeben. Vor allem lagen die Angebote der Firmen bei einigen Ausschreibungen deutlich über dem, was die Planer berechnet hatten. Die Stadt erhält für die Schulsanierung Geld aus dem sogenannten Konjunkturpaket des Bundes. Drei Viertel der Kosten können mit Fördermitteln finanziert werden. Für die Mehrkosten konnte die Stadt Geld verwenden, das beim Umbau der Schulen in Döbeln Nord nicht verbraucht wurde.
Die Stadt hat der Sanierung ihrer Schulen in den vergangenen Jahren oberste Priorität eingeräumt. Erst Ende vorigen Jahres war das Schulzentrum in Döbeln Nord übergeben worden. In den Jahren zuvor wurden die Grundschule in Großbauchlitz, die Schule am Körnerplatz und die Kunzemannschule saniert oder ausgebaut.
Jetzt könnte aber erst einmal eine Zwangspause eintreten. Das Land Sachsen wird in den nächsten Jahren voraussichtlich weniger Schulbaufördermittel zur Verfügung stellen oder die Kommunen höher an den Baukosten beteiligen. Die Sanierung des Haupthauses des Gymnasiums wäre dann nicht zu finanzieren.

Döbelner Anzeiger
02.09. 2010
Jens Hoyer

Marie Weber,

Anja Fischer und Heidi Funke (v.l.) haben bei der Einweihung des neuen Kunstgebäudes des Lessing-Gymnasiums ein Ständchen gespielt.


Ein Ständchen für das neue Kunstgebäude
Das Haus wurde nach aufwendiger Sanierung feierlich eingeweiht.

Das 21. Jahrhundert hält Einzug in das 110 Jahre alte Schulhaus, ohne die Vergangenheit zu verdrängen. Mit diesen Worten eröffnete Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) gestern seine Festrede zur feierlichen Übergabe des neuen Kunstgebäudes am Lessing-Gymnasium. Dabei berief er sich auf die Worte des ehemaligen Schulleiters Matthias Müller, der im Mai unerwartet verstorben war. Bei einer der Baubegehungen hatte Müller damals von den künftigen Räumlichkeiten geschwärmt und Schülern wie Lehrern hier ein „Paradies der Kunst“ prophezeit. „Herr Müller hat sich sehr intensiv eingebracht in den Bauphasen“, sagte Egerer, „er hat viele gute Ideen mitentwickelt. Auf das Geschaffene wäre er sicher stolz.“

Die Direktorin der Sächsischen Bildungsagentur, Brunhild Kurth, sprach von einem „traumhaft schönen Kunstgebäude“. Sie überbrachte Glückwünsche im Namen von Kultusminister Roland Wöller (CDU). Das Döbelner Gymnasium mache mit dem neuen Gebäude – in Kombination mit dem kürzlich erstmals im Freistaat verliehenen Siegel „Europaschule“ – sachsenweit von sich reden. „Die Entscheidung zur Sanierung des Hauses zeugt von der Weitsicht des Schulträgers“, lobte Kurth die Rolle der Stadt. Auch der Chef des Döbelner Planungsbüros Hirschmüller zeigte sich erfreut über das alte Bauwerk in neuem Gewand und sprach von der „Auferstehung eines Kunsttempels“. Zugleich übergab er dem amtierenden Schulleiter Gerd Becker einen Scheck in Höhe von 2000 Euro. Die Sanierung des Gebäudes hat insgesamt 1,55 Millionen Euro gekostet. Ursprünglich war mit 1,39 Millionen Euro kalkuliert worden. Die Kosten wurden zu 75 Prozent aus Bundesmitteln des Konjunkturpaketes finanziert.

Döbelner Anzeiger
03.09.2010
Anja Köhler