11.12. Stimmbruch-Fluktuation nicht zu spüren

Zwei Stunden lang und doch kurzweilig: das diesjährige Adventskonzert des Lessing-Gymnasiums

Gut zwei Stunden dauert es in diesem Jahr, das Adventskonzert des Döbelner Lessing-Gymnasiums. Und am Ende fragt man sich, wo die Zeit geblieben ist, denn die 120 Minuten vergehen wie im Flug. Was natürlich ein gutes Zeichen ist: Wenn die Zuhörer kurzweilig unterhalten werden, dann machen die Musiker zweifellos nichts falsch. Dass der aktuelle Jahrgang des traditionsreichen Konzertes ein besonders kurzweiliger ist, liegt an der diesmal nahezu ausgewogenen Mischung zwischen den Chören und der Schülerband, die sich die Konzertzeit regelrecht paritätisch teilen.

Seit Beginn des Schuljahres nämlich spielt die Band in fast komplett neuer Besetzung, und der ebenfalls neue Ensemblechef David Hobeck gibt jedem Bandmitglied Raum zur künstlerischen Entfaltung. So gibt's neben Weihnachtsklassikern wie George Michaels "Last Christmas" und Sarah McLachlan "Angel" auch "Power auf Love" von Frankie Goes To Hollywood oder "Wings" des neuen Fräuleinwunders Birdy. Und selbst Eigenkreationen dürfen nicht fehlen - Tim Berger etwa beweist viel Mut, wenn er ein selbst geschriebenes Lied vorstellt.

In gewohnter Qualität präsentiert Stefan Jänke den von ihm geleiteten Chor, dem er im dritten Jahr seiner Amtszeit sein am Jazzpop orientiertes Stilideal derart wirkungsvoll antrainiert hat, dass er 2014 gar die Fahrt zu einem internationalen Chorfestival wagt. Keine schlechte Entscheidung, da neben rhythmisch mitreißenden Stücken (Jürgen Trieberts "Halleluja") auch anspruchsvolle mehrstimmige Sätze ("Nun singet und seid froh") klangvoll präsentiert werden. Vom Leid eines jeden Jugendchorleiters - dass man wegen der Absolventen und Stimmbrüchigen jährlich ein neues Ensemble aufbauen muss - ist jedenfalls an diesem Abend wenig zu spüren. Und das ist gut so!

Döbelner Allgemeine Zeitung
Hagen Kunze
11.12.2013

Das Weihnachtskonzert des LGD wird am Montag, 16.12., noch zweimal wiederholt (17 und 19 Uhr) - dann mit Beteiligung von tschechischen Partnerschülern.