04.09. Gymnasiasten singen für die Mochauer Kirche

Der Schulchor unterstützt mit dem Benefizkonzert die Sanierung des maroden Kirchturms.

Dass Singen Spaß macht, erlebten die etwa 120 Zuhörer beim Konzert des Jugend- und Kinderchores des Lessing-Gymnasiums Döbeln unter Leitung von Stefan Jänke. Eigentlich war der große Auftritt in der Sommerkirche geplant. Doch das Wetter machte den Organisatoren, die bereits im Frühsommer den Termin festzurrten, einen Strich durch die Rechnung. Da es aber dank der Gemeinde Mochau einen überdachten Veranstaltungsort gab, musste das Konzert nicht ausfallen. Darüber war nicht nur Kirchenvorstand Dieter Baer, sondern auch Abiturient Denis Koch sehr froh. Er hatte die Idee zum Konzert. Der junge Mann singt im Jugendchor des Gymnasiums und spielt auch Orgel in der Kirchgemeinde Beicha-Mochau. Für Denis Koch, der in diesem Schuljahr das Abitur ablegen will, war es sozusagen ein klares Heimspiel. Doch das schienen alle Akteure zu haben, denn das Publikum spendete nach jeder Darbietung viel Applaus und forderte am Ende eine Zugabe. Die gab es jedoch nicht einfach so. Chorleiter Stefan Jänke bat die Gäste, bei dem Lied „Die Gedanken sind frei“ mitzusingen.

Hanna, Pauline, Denis, Lea-Marie und Selma vom Jugendchor des Lessing-Gymnasiums hätten gern in der Sommerkirche in Mochau gesungen. Das war wegen des Wetters nicht möglich. Die Sänger traten im Haus der Sachsenjugend auf.

Zuvor erlebten die Gäste ein tolles und facettenreiches Konzert mit mehrstimmigem Gesang und einem Instrumentalstück. Zu hören waren klassische Lieder aber auch moderne Songs. Dazu gehörten drei Lieder der Ärzte, deren Texte zum Nachdenken anregten. Mehrmals gelang es dem Chor beziehungsweise einzelnen Solisten, beim Publikum das sogenannte Gänsehaut-Gefühl hervorzurufen. Das kam bei Breakaway von Kelly Clarkson, und dem von Lea-Marie Berger gesungenen Halleluja von Leonard Cohen auf. Sichtlichen Spaß beim Singen hatten der Kinderchor und auch der Chorleiter beim Lied „Nase vorn“. Dabei ging es unter anderem um verschiedene Nasenformen. Der Refrain wurde in Deutsch, Französisch, Englisch, Tschechisch und sogar auf Kisuaheli gesungen.

Nach der gelungenen Premiere in Mochau lud Dieter Baer den Chor und auch die Gäste zu einem weiteren Gastspiel ein. „Es war ein sehr schöner Abend, der noch einmal im wunderschönen Ambiente der Sommerkirche nachgeholt werden sollte“, sagte Dieter Baer. Er, der Kirchenvorstand und Mochauer Bürger setzten sich dafür ein, dass der Kirchturm repariert und die Sommerkirche entsprechend den Möglichkeiten saniert wird. Dafür benötigt die Kirchgemeinde Geld. Die Spenden der Konzertbesucher werden mit verwendet.

Bereits am Sonntag machen die Mochauer wieder auf ihre Kirche und den Turm zum Tag des offenen Denkmals aufmerksam. Von 11 bis 17 Uhr laden sie zur Besteigung und Besichtigung des aus romanischer Zeit stammenden Turms der Mochauer Sommerkirche und in das Alte Küsterhaus mit seiner umfangreichen Sammlung von historischen Zeugnissen vom Leben in und um Mochau ein.

„Wir beginnen diesen Tag mit einer Andacht im Turm mit Pfarrer Reinhard Mehnert und dem Singkreis der Kirchgemeinde. Für unsere Gäste halten wir auch einen Imbiss sowie Kaffee und Kuchen bereit“, sagte Dieter Baer. Erstmals am Denkmaltag ist die Kirche in Beicha geöffnet, ein Bauwerk im Stil des ländlichen Barocks aus dem Jahr 1834 mit technisch interessanter Turmuhr. Reiner Geßner wird Führungen übernehmen.

Döbelner Anzeiger
Sylvia Mende
04.09.2013